Großbritannien fordert "harte" internationale Reaktion

Neue Gewalt in Syrien international verurteilt

Damaskus (AFP) - Der Angriff syrischer Regierungstruppen auf die Stadt Hula vom Freitag, bei dem mindestens 90 Menschen getötet wurden, ist international scharf verurteilt worden. Der Leiter der UN-Beobachtermission in Syrien, Robert Mood, sprach von einer "brutalen Tragödie" und warnte vor einem Bürgerkrieg. Großbritannien forderte eine "harte internationale Reaktion" auf die Angriffe von Hula.
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Syrische Rebellen in Salkin © AFP

Er verurteile "in schärfster Form" die "brutale Tragödie", erklärte Mood. Die UN-Beobachter hätten bestätigt, dass die Armee in der Stadt Panzerartillerie eingesetzt habe. Er forderte die syrische Regierung auf, keine schweren Waffen mehr einzusetzen und verlangte von allen Seiten das Einstellen jeglicher Gewalt. "Diejenigen, die die Gewalt für ihre eigenen Ziele nutzen, könnten das Land in einen Bürgerkrieg führen", sagte der norwegische General. "Dieser unverhältnismäßige Einsatz von Gewalt ist inakzeptabel und unentschuldbar." Die Tötung unschuldiger Kinder und Zivilisten müsse aufhören, verlangte er.

Nach Angaben der UN-Beobachtermission, die zur Untersuchung der Vorfälle nach Hula gereist war, wurden bei dem Angriff mindestens 92 Menschen getötet, darunter 32 Kinder unter zehn Jahren. Der oppositionelle Syrische Nationalrat hatte von mehr als 110 Toten gesprochen, die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte von mehr als 90 Toten. Der Nationalrat sprach von einem "Massaker" und forderte den UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung auf.

Die französische Regierung verurteilte das "Massaker". Außenminister Laurent Fabius kündigte an, unverzüglich ein Treffen der Kontaktgruppe der Freunde Syriens einzuberufen. Großbritannien forderte eine "harte internationale Reaktion" auf das "Massaker". London habe dazu Beratungen mit seinen Verbündeten aufgenommen, erklärte Außenminister William Hague. Die britische Regierung werde eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates "in den kommenden Tagen" beantragen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte, es sei "schockierend und empörend, dass das syrische Regime seine brutale Gewalt gegen das eigene Volk nicht einstellt".

Die vor allem aus desertierten Soldaten bestehende Freie Syrische Armee (FSA) kündigte an, sie wolle sich nicht länger an den Annan-Plan halten, "wenn der Sicherheitsrat der UNO jetzt nicht die nötigen Entscheidungen trifft, um Zivilisten zu schützen". Der Friedensplan sieht unter anderem einen Waffenstillstand vor. Dieser war offiziell am 12. April in Kraft getreten, wurde aber immer wieder gebrochen.

Auch die Rebellenhochburg Homs wurde erneut bombardiert. Landesweit wurden laut Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mindestens 18 Menschen getötet. Seit Beginn des Aufstands gegen Präsident Baschar al-Assad im März 2011 wurden in Syrien nach Angaben der Beobachtungsstelle mehr als 12.600 Menschen von Regierungstruppen getötet.

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