Italiens Ex-Regierungschef muss wegen mutmaßlicher Zeugenbestechung vor Gericht

Neuer Prozess gegen Berlusconi in "Rubygate"-Affäre

Rom (AFP) - Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi muss sich in der "Rubygate"-Affäre erneut vor Gericht verantworten. Ein Richter in Rom ordnete am Mittwoch einen neuen Prozess wegen mutmaßlicher Zeugenbestechung an, der im November beginnen soll. Dem 81-Jährigen wird vorgeworfen, in der Affäre um Sex-Partys in seiner Villa Zeugen bestochen zu haben. In dem neuen Prozess geht es um 157.000 Euro, die Berlusconi an den Sänger Mariano Apicella gezahlt haben soll.
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Silvio Berlusconi © AFP

Der Neapolitaner Apicella hatte an mehreren der als Bunga-Bunga-Partys bekannt gewordenen Festen in Berlusconis Villa teilgenommen und muss sich wegen Falschaussage selbst vor Gericht verantworten.

Wegen der Sex-Partys in seiner Villa war Berlusconi 2013 zunächst zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, unter anderem wegen Prostitution Minderjähriger. Das Urteil wurde 2015 aber aufgehoben. Strittig war in dem Verfahren vor allem, ob Berlusconi wusste, dass die marokkanische Tänzerin Karima al-Mahrough alias Ruby noch nicht volljährig war, als sie an den Bunga-Bunga-Partys teilnahm. Das Gericht hatte schließlich zu seinen Gunsten angenommen, dass Berlusconi damals nicht gewusst habe, dass Ruby erst 17 Jahre alt war.

Auch die Vorwürfe der Zeugenbestechung gegen Berlusconi sind nicht neu: Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft hat Berlusconi für ihm vorteilhafte Zeugenaussagen zwischen 2011 bis 2015 insgesamt zehn Millionen Euro gezahlt. Allein Ruby soll sieben Millionen Euro in Form von Bargeld, Geschenken, Autos, zur Verfügung gestellten Wohnungen und übernommenen Rechnungen erhalten haben.

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