Die humanitäre Lage im Norden Malis, der im Zuge eines Putsches vor mehreren Monaten in die Hände bewaffneter Islamistengruppen gefallen war, bezeichnete Niebel kurz vor seinem Abflug als "unerträglich und inakzeptabel". Oberste Priorität der Übergangsregierung müsse es sein, die Kontrolle über den Norden wiederherzustellen, um ein Übergreifen des Konflikts in der Region zu verhindern. "Sonst droht ein politischer Flächenbrand mit nicht absehbaren Folgen", erklärte Niebel.
In seinen Gesprächen mit der Übergangsregierung wollte der Minister deutlich machen, dass eine wirksame Entwicklungszusammenarbeit "stabile und demokratische Rahmenbedingungen" sowie eine "legitimierte Partnerregierung" benötige. Trotz der politisch unsicheren Lage wolle Deutschland den notleidenden Menschen humanitäre Hilfe leisten. Die Bundesregierung hatte die Entwicklungszusammenarbeit mit Mali nach dem Putsch im März ausgesetzt. Laut Bundesentwicklungsministerium werden derzeit nur "regierungsferne" Programme fortgesetzt.
Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF wies anlässlich des Besuchs von Niebel erneut auf die dramatische Lage der Kinder in Mali hin. Dort seien 175.000 Kinder von akuter Mangelernährung bedroht. Die Nahrungsmittelkrise werde durch die politisch instabile Situation im Norden weiter verschärft. Zudem seien zahlreiche unbegleitete Kinder registriert worden. UNICEF zufolge wurden rund 200 Kinder als Soldaten rekrutiert, zudem seien Kinder Opfer sexueller Übergriffe geworden.
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