In einer Urabstimmung hatten 92,7 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder unter den Ärzten für einen Streik gestimmt. Der Arbeitskampf an den kommunalen Kliniken wird voraussichtlich am 26. Januar beginnen. Die Tarifverhandlungen für die rund 45.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern waren zuvor Anfang Dezember gescheitert. Der Marburger Bund will sechs Prozent mehr Gehalt und Verbesserungen bei den Bereitschaftsdiensten durchsetzen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte zuletzt ein Angebot vorgelegt, das eine Anhebung der Ärztegehälter um 1,48 Prozent vorsieht.
Henke lehnte das Arbeitgeberangebot erneut als "deutlich zu niedrig" ab. Die Krankenhäuser hätten ihre Leistungen im vergangenen Jahr deutlich ausgeweitet und mehr Geld eingenommen. Die Spielräume für Gehaltserhöhungen seien deshalb deutlich höher. Um den Streik doch noch abzuwenden, müssten die Arbeitgeber ein neues Angebot auf den Tisch legen. "Wenn es bis zum 26. Januar zu keinem Angebot kommt, werden wir in unbefristete Streiks treten", betonte Henke.
Wie schon der Arbeitgeberverband forderte auch der Deutsche Landkreistag einen neuen Anlauf am Verhandlungstisch. Nur so lasse sich "ein sachgerechter Ausgleich der Interessen" erreichen, sagte Hans Jörg Duppré, Präsident des Landkreistages, den "Ruhr Nachrichten". Die Forderungen des Marburger Bundes hält er für überzogen. "Ihre Umsetzung würde die kommunalen Kliniken angesichts ihrer nur marginal steigenden Einnahmen überfordern", so Duppré.
Rückendeckung erhielten die Ärzte von den Grünen. Der Grünen-Gesundheitsexperte Harald Terpe forderte die kommunalen Arbeitgeber auf, die Klinikärzte besserzustellen. "Eine Gehaltssteigerung von sechs Prozent erscheint mir zwar etwas hoch, aber drei bis vier Prozent sollten drin sein", sagte Terpe der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Noch keine Kommentare vorhanden