Tausende protestieren in Pakistan zum Jahrestags des Kaschmir-Konflikts

Pakistans Regierungschef Khan bezeichnet Indien als "Unterdrücker und Aggressor"

Srinagar (AFP) - Der pakistanische Regierungschef Imran Khan hat Indien anlässlich eines wichtigen Jahrestags des Kaschmir-Konflikts als "Unterdrücker und Aggressor" bezeichnet. Vor einem Jahr hatte Indien den Sonderstatus mit Autonomierechten für den indischen Teil Kaschmirs gestrichen. Khan verurteilte dies am Mittwoch als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". In allen größeren pakistanischen Städten fanden zum Jahrestag Solidaritätsmärsche statt. Die Behörden im indischen Teil Kaschmirs hatten zuvor eine zweitägige Ausgangssperre verhängt.
Pakistans Präsident Arif Alvi auf einer Kundgebung in Islamabad Bild anzeigen
Pakistans Präsident Arif Alvi auf einer Kundgebung in Islamabad © AFP

In Muzaffarabad, der Hauptstadt des von Pakistan verwalteten Teils Kaschmirs, versammelten sich mehr als 2000 Menschen, um gegen Indiens Regierung zu protestieren. Khan hatte zu einer Kundgebung aufgerufen und führte einen Protestmarsch durch die Stadt an. Auf hunderten Transparenten waren drastische Darstellungen von angeblichen Menschenrechtsverletzungen durch indische Behörden in Kaschmir zu sehen.

Zuvor hatte das pakistanische Militär erklärt, indische Truppen hätten eine Granate über die Grenze gefeuert. Dabei sei eine junge Frau getötet und sechs weitere Menschen verletzt worden.

Neu Delhi hatte im August vergangenen Jahres den in der Verfassung festgelegten Sonderstatus für Kaschmir aufgehoben. Der Schritt sorgte in Pakistan für Empörung und scharfe Kritik. Auch eine neue Regelung Indiens, die es Menschen von außerhalb erlaubt, Land in Kaschmir zu kaufen, wird in Pakistan mit Sorge gesehen.

Pakistan sieht darin einen Versuch Indiens, die muslimische Mehrheit in der Region zu verdrängen. Pakistans Präsident Arif Alvi zog in diesem Zusammenhang einen Vergleich mit den umstrittenen israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland. Indien hätte sich bei Israel abgeschaut, wie man die Bevölkerungsstruktur in Kaschmir ändern könne, sagte er bei einer Kundgebung in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.

Das umstrittene Gebiet im Himalaya-Gebirge ist seit der Unabhängigkeit Britisch-Indiens und einem Krieg zwischen den Atommächten Indien und Pakistan 1947 geteilt. Die Region wird aber bis heute sowohl von Indien als auch von Pakistan vollständig beansprucht. Seit 1989 kämpfen mehrere muslimische Rebellengruppen teils für die Unabhängigkeit Kaschmirs, teils für den Anschluss der Region an Pakistan.

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