Frankreich rettet am Samstag 45 Migranten in Seenot

Paris und London einigen sich auf strengere Kontrollen am Ärmelkanal

London (AFP) - Angesichts der steigenden Zahl illegaler Flüchtlinge haben Großbritannien und Frankreich strengere Kontrollen am Ärmelkanal vereinbart. Das Abkommen sieht vor, dass Frankreich seine Strände stärker überwacht, dabei sollen auch Drohnen und Radargeräte zum Einsatz kommen. Am Samstag gerieten unterdessen erneut 45 Migranten bei der Überquerung des Ärmelkanals in Seenot und mussten von der Polizei und Einsatzkräften gerettet werden.

Frankreich will seine Küsten strenger bewachen Bild anzeigen Frankreich will seine Küsten strenger bewachen © AFP

Die britische Innenministerin Priti Patel begrüßte die Einigung mit Frankreich. Gemeinsames Ziel sei es, dafür zu sorgen, dass sich "Kanalüberquerungen nicht mehr lohnen".

Die französischen Behörden retteten nach eigenen Angaben erneut 45 Migranten aus dem Ärmelkanal, darunter eine schwangere Frau und mehrere Kinder. Das seeuntüchtiges Boot der Flüchtlinge geriet demnach vor Dünkirchen in Seenot. Mehrere Migranten litten demnach an Unterkühlung, waren sonst aber wohlauf. Sie wurden zurück nach Calais gebracht.

Angesichts des guten Wetters am Wochenende hatte die französische Seenotrettung bereits damit gerechnet, dass mehr Flüchtlinge als sonst die Überfahrt wagen würden, wie aus Helferkreisen verlautete.

Zahlreiche Migranten versuchen seit Monaten, über die gefährliche und stark befahrene Schifffahrtsroute nach Großbritannien zu gelangen. Im vergangenen Jahr wurden vier Todesfälle verzeichnet, in diesem Jahr sind es bereits sieben.

Das Thema hatte zu politischen Spannungen geführt, da Großbritannien Frankreich beschuldigte, nicht genug zu tun, um die Überfahrten zu stoppen.

Im September gaben die französischen Behörden an, über 1300 Migranten bei dem Versuch, den Ärmelkanal zu überqueren, aufgehalten zu haben. Eine Handvoll von ihnen wollte demnach die rund 30 Kilometer schwimmend zurücklegen. Rund 6200 hätten zwischen Januar und August die Überfahrt mit Schlauchbooten, Kajaks oder sogenannten Paddleboards versucht, einige sogar nur mit Schwimmwesten.