Gegen 80-Jährigen wird weiter im Skandal um Baukonzern Odebrecht ermittelt

Perus Ex-Präsident Kuczynski wegen Korruptionsverdachts in Untersuchungshaft

Lima (AFP) - Im Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht hat ein peruanisches Gericht Untersuchungshaft gegen den früheren Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski verhängt. Der 80-Jährige werde zunächst für zehn Tage inhaftiert, teilten die Justizbehörden am Mittwoch mit. Kurz darauf wurde er festgenommen.
Kuczynski bei der Festnahme Bild anzeigen
Kuczynski bei der Festnahme © AFP

Kuczynski wird Geldwäsche vorgeworfen. Er war im vergangenen Jahr im Zuge des Skandals zurückgetreten. Nach der Festnahme sollte in der Präfektur von Lima zunächst sein Gesundheitszustand untersucht werden.

In den weitverzweigten Odebrecht-Skandal sind vier peruanische Ex-Präsidenten verstrickt: Neben Kuczynski (2016-2018) sind das Ollanta Humala (2011-2016), Alan García (2006-2011) und Alejandro Toledo (2001-2006). Der liberale Ex-Staatschef Kuczynski hatte lange Zeit Geschäfte mit dem Odebrecht-Konzern bestritten. 2017 gab er zu, Beratergelder von dem Bauriesen erhalten zu haben.

Die Korruptionsaffäre um Odebrecht erschüttert mehrere Staaten Lateinamerikas. Seit 2014 förderten die Ermittlungen nach und nach ein ausgeklügeltes System zur Zahlung von Schmiergeldern an Politiker, Parteien, Staatsbeamte und Manager zutage.

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