Proteste gegen erneute Kandidatur von Amtsinhaber Condé

Präsidentschaftswahl in Guinea von politischen Spannungen überschattet

Conakry (AFP) - Überschattet von politischen Spannungen hat am Sonntag im westafrikanischen Guinea die Präsidentschaftswahl stattgefunden. Der umstrittene Amtsinhaber Alpha Condé bewirbt sich um eine dritte Amtszeit, was schon im Vorfeld zu heftigen Protesten geführt hatte. Gegen ihn treten elf weitere Kandidaten an, darunter sein langjähriger Gegner, der Oppositionspolitiker Cellou Dalein Diallo. Bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses im November wird mit Unruhen gerechnet.
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Präsidentschaftswahlen in Guinea © AFP

Die Ankündigung einer erneuten Kandidatur des 82-jährigen Condé von der Partei Sammlungsbewegung des Volkes von Guinea (RPG) hatte Proteste im Land entfacht, bei denen dutzende Menschen getötet wurden. Condé hatte bereits die Präsidentschaftswahlen in den Jahren 2010 und 2015 gewonnen. Bisher waren in dem westafrikanischen Land den Präsidenten nur zwei Amtszeiten erlaubt.

Menschenrechtsgruppen werfen dem Präsidenten eine zunehmend autoritäre Politik vor. Condé hatte im März eine Verfassungsänderung per Referendum durchgesetzt. Laut Auslegung der RPG wird durch das Inkraftsetzen der neuen Verfassung Condé eine weitere Amtszeit ermöglicht.

Rund 5,4 Millionen Wahlberechtigte in Guinea - einem der ärmsten Länder der Welt trotz riesiger Rohstoffvorkommen - sind aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr Ortszeit (20.00 Uhr MESZ), das vorläufige Ergebnis soll mehrere Tage später verkündet werden. Die zweite Runde der Präsidentschaftswahl findet am 24. November statt.

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