Parlament reagiert auf Gewalt bei Studentenprotesten
Québec schränkt Versammlungsfreiheit ein
Montréal (AFP) - Angesichts gewalttätiger Studentenproteste gegen eine Erhöhung der Studiengebühren in der kanadischen Provinz Québec hat das dortige Parlament das Versammlungsrecht eingeschränkt. Einer nach zweitägiger Debatte verabschiedeten Regelung zufolge müssen Gruppen von mehr als zehn Menschen die Polizei über geplante Kundgebungen informieren. Die Behörden von Montréal, der größten Stadt in Québec, erließen zudem ein Vermummungsverbot. Bei Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften drohen hohe Geldstrafen. Vertreter von Studenten, Gewerkschaften und Opposition kritisierten die Regelungen scharf.
Studentenproteste in Québec
© AFP
Seit mehr als drei Monaten befinden sich in der französischsprachigen Provinz Québec rund 165.000 Studenten im Streik. Mit praktisch täglichen Protesten machen sie auf ihre Anliegen aufmerksam. Bei Zusammenstößen mit der Polizei wurden mehrere Studenten verletzt. Zwei von ihnen verloren ein Auge. Wegen des Streits über die Erhöhung der Studiengebühren in Québec war erst kürzlich die Bildungsministerin der ostkanadischen Provinz zurückgetreten. Sie warf den Studenten mangelnde Kompromissbereitschaft vor.
Artikel vom 19.05.2012
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