Linken-Chef wirft Koalition Versäumnisse vor und fordert Rentenreform

Riexinger wertet steigende Zahl von Tafel-Nutzern als "Warnsignal"

Berlin (AFP) - Linken-Chef Bernd Riexinger hat sich alarmiert über die steigende Zahl von Rentnern gezeigt, die auf die Hilfe von Lebensmitteltafeln angewiesen sind. "Dieser Anstieg ist ein Warnsignal", sagte Riexinger am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. "Er ist der Beleg für eine verkorkste Renten- und Lohnpolitik der großen Koalition." Riexinger bekräftigte die Forderung seiner Partei nach einer "armutsfesten Mindestrente von 1050 Euro".
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Parteichef Riexinger © AFP

Die Lebensmittel-Tafeln in Deutschland verzeichnen derzeit einen massiven Anstieg der Besuche bedürftiger Rentner. Die Zahl der Rentner unter den Tafelbesuchern sei binnen eines Jahres um 20 Prozent auf 430.000 gestiegen, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands, Jochen Brühl, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Gesamtzahl der Nutzer sei nur um zehn Prozent gestiegen.

Riexinger machte die Politik der Regierung für die Entwicklung verantwortlich. "Niedrige Löhne in Kombination mit einem abgesenkten Rentenniveau führen zu niedrigen Renten und in letzter Konsequenz zu Altersarmut", sagte er zu AFP. Die von der Koalition geplante Grundrente werde daran nichts ändern - sie sei "der Tropfen auf den heißen Stein".

Der Linken-Chef forderte eine" grundlegende Reform im Rentensystem". Dazu müsse ein Mindestlohn von zwölf Euro und die Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent zählen. "Ziel muss es sein, dass Rentensystem so aufzustellen, dass Tafeln nicht mehr nötig sind", sagte Riexinger.

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