Dramatiker wirft Mitgliedern Antisemitismus vor

Rolf Hochhuth verlässt wegen Grass Akademie der Künste

Berlin (AFP) - Der Dramatiker Rolf Hochhuth hat wegen des israel-kritischen Gedichts von Literaturnobelpreisträger Günter Grass die Berliner Akademie der Künste mit sofortiger Wirkung verlassen. Nach übereinstimmenden Berichten der Zeitungen "Die Welt" und "Tagesspiegel" wirft Hochhuth den Mitgliedern der Akademie Antisemitismus vor. Diese hätten sich auf der Vollversammlung am Samstag auf Grass' Seite geschlagen und ihn selbst als Grass-Kritiker niedergeschrieen.
Dramatiker Hochhuth Bild anzeigen Dramatiker Hochhuth © AFP

Den Berichten zufolge erklärte Hochhuth seinen Austritt in einem Schreiben mit der Überschrift "Ich weigere mich, neben Antisemiten zu sitzen". In diesem Schreiben legt der Dramatiker laut "Welt" dar, wie er vergeblich versucht habe, eine Diskussion über das Grass-Gedicht von der Tagesordnung der Vollversammlung streichen zu lassen. Seine Angst, die Diskussion werde "einseitig zugunsten des Iran und der Palästinenser auf Kosten Israels" ablaufen, habe sich als nur allzu berechtigt erwiesen", hieß es weiter.

Hochhuth bezeichnet das Gedicht nach Angaben der "Welt" als ein "antisemtisches Pamphlet". Er sei von den anderen Mitgliedern der Akademie der Künste aber bei der Vollversammlung niedergeschrieen worden.

In seinem Gedicht "Was gesagt werden muss" hatte Grass Israel vorgeworfen, mit seiner Iran-Politik den Weltfrieden zu gefährden. Der Literaturnobelpreisträger wurde wegen des Gedichts selbst scharf kritisiert.

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