Republikaner will außenpolitisches Profil schärfen

Romney plant offenbar Deutschland-Besuch

Washington (AFP) - Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner, Mitt Romney, erwägt im Wahlkampf offenbar eine Auslandsreise nach Deutschland und in andere Länder. Wie das Online-Magazin "Politico" berichtete, will Romney damit Kritik an einer fehlenden außenpolitischen Vision kontern. Die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben bislang keine Anfrage für einen Besuch des Republikaners erhalten.
Romney Bild anzeigen
Romney © AFP

Die Pläne von Romneys Wahlkampfteam befinden sich laut "Politico" im Frühstadium. Der Herausforderer von Präsident Barack Obama könnte demnach Ende Juli zu den Olympischen Spielen nach London reisen und in Großbritannien eine außenpolitische Grundsatzrede halten. Anschließend würde er nach Israel fliegen, wo Romney Vertreter der israelischen Regierung und der Palästinenser träfe. Zum Abschluss der Reise stünden Deutschland und Polen auf dem Programm, berichtete "Politico". Dabei hoffe Romneys Wahlkampfteam auf ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, es gebe "keinerlei Anfragen". Daher befasse sich die Bundesregierung mit dieser Frage nicht. Obama hatte als Kandidat der Demokraten im Juli 2008 an der Siegessäule in Berlin vor 200.000 Menschen eine umjubelte Rede gehalten. Ursprünglich wollte Obama vor dem Brandenburger Tor sprechen, Merkel hatte sich aber dagegen gewandt. Die Kanzlerin empfing den Kandidaten allerdings im Kanzleramt.

Wahlkampfauftritte von Politikern aus dem Ausland vor dem Brandenburger Tor lehnt die Bundesregierung weiter grundsätzlich ab. "Die Einschätzung der Bundesregierung in dieser Frage hat sich nicht geändert", sagte Seibert.

Romneys Wahlkampfteam hatte bereits Anfang Juli eine Visite in Israel und ein Treffen mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu bestätigt. Romney und seine Frau Ann haben auch mehrfach darüber gesprochen, zu den Olympischen Spielen nach London reisen zu wollen. Zudem gibt es Spekulationen über einen Besuch des Präsidentschaftsbewerbers in Afghanistan. Der genaue Zeitpunkt für den Auslands-Trip ist aber ebenso unklar wie die Reiseroute. Romneys Lager wollte den "Politico"-Bericht auf Nachfrage nicht kommentieren.

Dem Republikaner war in den vergangenen Monaten wiederholt vorgeworfen worden, er sei in seinem Profil zu einseitig auf Fragen der Wirtschaftspolitik festgelegt. Seine außenpolitischen Äußerungen richtete Romney bislang vor allem als Angriffe auf Obama aus, dem er vorwarf, zu sehr auf andere Länder Rücksicht zu nehmen und die Interessen der USA zu vernachlässigen. Außerdem prangerte er die "weiche" Haltung des Präsidenten im Atomstreit mit dem Iran an und präsentierte sich als eiserner Verbündeter Israels. Den US-Abzug aus dem Irak und aus Afghanistan kritisierte Romney als verfrüht.

Bewerten Sie diesen Artikel

0.0
0,0 (0 Stimmen)

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Noch keine Kommentare vorhanden

Zu diesem Artikel wurde noch kein Kommentar hinterlassen, schreiben Sie doch den ersten.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder
Als Startseite festlegen Facebook Twitter RSS-Feeds Mobile