Internet-Dienst Mediapart reagiert gelassen

Sarkozy will gegen Bericht zu Libyen-Wahlspende klagen

Paris (AFP) - Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat eine Anzeige gegen den Internet-Enthüllungsdienst Mediapart angekündigt, der über eine geplante Wahlkampfspende des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi für Sarkozy berichtet hatte. Er werde deshalb noch vor dem Ende des Wahlkampfes am Freitag Anzeige gegen Mediapart erstatten, sagte der Staatschef im Fernsehsender France 2.
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Gaddafi 2007 bei Staatsbesuch in Frankreich © AFP

Mediapart hatte am Samstag ein Dokument veröffentlicht, wonach Libyen bereit war, Sarkozys Wahlkampf im Jahr 2007 mit 50 Millionen Euro zu unterstützen. In dem angeblich vom früheren libyschen Geheimdienstchef Mussa Kussa unterzeichneten Dokument ist von einer entsprechenden "Grundsatzvereinbarung" die Rede. Ob das Geld tatsächlich geflossen ist, blieb offen. Kussa, der sich während der Revolte gegen Gaddafi im vergangenen März von dem Machthaber losgesagt und nach London abgesetzt hatte, sprach von einer Fälschung.

Der Chef von Mediapart, Edwy Plenel, sagte, er sehe einem möglichen Prozess gelassen entgegen. Es reiche nicht, die Echtheit des veröffentlichten Dokuments in Frage zu stellen, um den Verdacht finanzieller Verflechtungen zwischen dem Sarkozy-Lager und Gaddafi zu entkräften. Sarkozy bewirbt sich um eine zweite Amtszeit und tritt in der Stichwahl am Sonntag gegen den Sozialisten François Hollande an.

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