USA wollen freie Schifffahrt in der Straße von Hormus garantieren

Saudi-Arabien verschärft nach Tanker-Angriffen Rhetorik gegenüber dem Iran

Dubai (AFP) - Nach den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman hat Saudi-Arabien seine Rhetorik gegenüber den Iran verschärft. Kronprinz Mohammed bin Salman beschuldigte Teheran öffentlich, für die Attacken verantwortlich zu sein und betonte, dass Saudi-Arabien "nicht zögern" werde, sein Volk und seine "zentralen Interessen" zu verteidigen. US-Außenminister Mike Pompeo kündigte an, sein Land werde die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die freie Schifffahrt in der Region zu garantieren.
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Der norwegische Tanker "Front Altair" © AFP

Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz sagte der Zeitung "Aschark al-Awsat", der Iran habe ausgerechnet während der Bemühungen von Japans Regierungschef Shinzo Abe, in dem Streit zwischen Teheran und Washington zu vermitteln, die zwei Tanker angegriffen. Saudi-Arabien wolle "keinen Krieg in der Region", werde aber "nicht zögern", gegen "jedwede Bedrohung unseres Volks, unserer Souveränität, unserer territorialen Unversehrtheit und unserer zentralen Interessen" vorzugehen.

Zuvor hatten bereits die USA und Großbritannien den Iran für die Angriffe verantwortlich gemacht. Teheran weist die Anschuldigungen zurück. US-Außenminister Pompeo betonte am Sonntag in einem Interview mit dem TV-Sender Fox, es sei "unverkennbar, was hier passiert ist". Es handele sich um einen "Angriff der Islamischen Republik Iran auf den Handelsschiffsverkehr und die freie Schifffahrt mit der eindeutigen Absicht, den Durchgang durch die Straße zu verweigern."

Er sprach zugleich US-Garantien für den freien Schiffsverkehr in der Straße von Hormus aus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Ein Drittel der Ölreserven, die auf dem Seeweg transportiert werden, durchlaufen die Meerenge.

"Wir stehen vor einer internationalen Herausforderung, welche die ganze Welt betrifft", sagte Pompeo. Sein Land werde "alle notwendigen Maßnahmen, ob diplomatischer oder anderer Art, ergreifen", um die freie Schifffahrt in der Meerenge zu garantieren. Wie genau die USA den Schiffsverkehr schützen wollen, sagte Pompeo nicht.

Auf dem norwegischen Tanker "Front Altair" und dem japanischen Schiff "Kokuka Courageous" hatten sich am Donnerstagmorgen im Golf von Oman Explosionen ereignet.

Teheran weist die inzwischen aus Washington, London und Riad laut gewordenen Vorwürfe, an den Angriffen beteiligt zu sein, zurück. Irans Parlamentspräsident Ali Laridschani präsentierte in einer Rede vor dem iranischen Parlament einen anderen Schuldigen und deutete Richtung Washington.

"Es scheint, dass die verdächtigen Handlungen auf den Tankern im Golf von Oman die Wirtschaftssanktionen (der USA gegen den Iran) vervollständigen, denn sie (die USA) haben keinerlei Resultate mit diesen Sanktionen erzielt", sagte Laridschani laut den iranischen Nachrichtenagenturen Irna und Isna in Teheran. Bereits am Donnerstag hatte Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif den USA einen Willen zur "diplomatischen Sabotage" vorgeworfen.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt warnte derweil vor einer Eskalation im Golf von Oman. Er forderte alle Parteien zur Deeskalation auf. Er habe mit US-Präsident Donald Trump gesprochen und sei sich "absolut sicher", dass die USA Verhandlungen wollten, sagte Hunter der BBC. Der Iran müsse seine "destabilisierenden Handlungen" im Libanon und im Jemen einstellen. "Das ist die langfristige Lösung", sagte Hunt.

Die Vorfälle im Golf von Oman ereigneten sich einen Monat nach mutmaßlichen Sabotageakten gegen vier Schiffe vor der Küste der Emirate. Auch in diesen Fällen machten die USA und Saudi-Arabien den Iran verantwortlich.

Die USA hatten zuvor ihre Truppen in der Golfregion unter Verweis auf eine angebliche Bedrohung durch den Iran massiv verstärkt. Die Spannungen zwischen beiden Ländern haben seit der Aufkündigung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran durch US-Präsident Donald Trump vor gut einem Jahr deutlich zugenommen.

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