Linker Ministerpräsident kämpft für Rot-Rot-Grün

Schlagabtausch zwischen Ramelow und Mohring zwei Wochen vor Thüringen-Wahl

Erfurt (AFP) - Knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl in Thüringen haben sich Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und sein CDU-Herausforderer Mike Mohring einen Schlagabtausch unter anderem zum Thema Bildung geliefert. Bei einem halbstündigen Fernsehduell im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) am Montagabend in Erfurt warfen sich Ramelow und Mohring gegenseitig Versäumnisse in der Bildungspolitik vor.
Schiftzug am Gebäude des Thüringer Landtags Bild anzeigen
Schiftzug am Gebäude des Thüringer Landtags © AFP

Mohring kritisierte, die rot-rot-grüne Landesregierung habe zu wenig getan, um die vielen fehlenden Lehrerstellen zu ersetzen. Im vergangenen Schuljahr seien rund eine Million Unterrichtsstunden ausgefallen. Ramelow schob hingegen der bis 2014 regierenden CDU die Verantwortung zu, die selbst jahrelang zu wenige Lehrer eingestellt habe.

Auch beim Thema Migration und Integration zeigten sich Differenzen zwischen den beiden Spitzenkandidaten. Ramelow forderte für Menschen, die seit fünf oder mehr Jahren in Deutschland auf eine Entscheidung warteten, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. "Die, die da sind, müssen endlich fair behandelt werden."

Mohring hingegen sieht Abschiebung auch als "Mittel der Ordnung und Steuerung". Die Linkskoalition habe im Bundesrat jedoch "alle Gesetzesvorhaben abgelehnt, die diese Dinge steuern". Damit habe sie "bewusst in Kauf genommen, die AfD stark zu machen".

Auf die Frage nach möglichen Koalitionen nach der Wahl bekräftigte Ramelow, er kämpfe für Rot-Rot-Grün. Die CDU will die Koalition ablösen.

Im Anschluss an das Fernsehduell standen sich im MDR noch die Spitzenkandidaten von SPD, AfD, Grünen und FDP gegenüber. In Thüringen wird am 27. Oktober gewählt. Bislang regiert die Linkspartei mit ihrem Ministerpräsidenten Bodo Ramelow gemeinsam mit SPD und Grünen. Ob es für eine Fortsetzung des Bündnisses reichen wird, ist offen. In den Umfragen lag die Linke zuletzt vor AfD und CDU.

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