Nach Angaben des AFP-Fotografen explodierte der Sprengsatz, als die vier UN-Fahrzeuge mit Mood und elf weiteren Beobachtern in die Protesthochburg im Süden des Landes einfuhren. Getroffen wurden die Begleitfahrzeuge der syrischen Armee. Ein Fahrzeug mit Journalisten wurde ebenfalls in die Luft gehoben.
Mood sagte nach Angaben seines Sprechers Neeraj Singh, der Anschlag sei ein "konkretes Beispiel" der Gewalt in Syrien, die "in allen ihren Formen" beendet werden müsse. Auch in der Stadt Hama waren während eines Besuchs von UN-Beobachtern Schüsse zu hören, wie aus Onlinevideos von Aktivisten hervorging.
Singh zufolge befinden sich derzeit 70 UN-Beobachter im Land, bis Freitag werde ihre Zahl auf 100 steigen. Sie sollen den seit dem 12. April geltenden Waffenstillstand überwachen, der jedoch brüchig ist. Aktivisten zufolge wurden seitdem mehr als 800 Menschen getötet.
Ban erklärte in New York, "Zwischenfälle" wie die Explosion des Sprengsatzes, "die zu der anhaltenden Gewalt in vielen syrischen Städten hinzukommen", könnten "einen direkten Einfluss auf die Zukunft der Mission" haben. Sie ließen "das Bemühen der Beteiligten um ein Ende der Gewalt fragwürdig erscheinen".
Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) machte die Führung in Damaskus für den Anschlag verantwortlich. Das SNC-Mitglied Sami Naschar sagte, während die Bevölkerung eine Verstärkung der UN-Mission fordere, versuche "das Regime mit Hilfe dieser Attacken" die Beobachter zu verdrängen.
Das Auswärtige Amt teilte indes in Berlin mit, es gebe Gespräche mit der UNO über technische und logistische Unterstützung aus Deutschland für die Mission. Erst kürzlich sei ein Flug mit Material für die UN-Mission bezahlt worden. Über eine personelle Beteiligung Deutschlands gebe es aber bisher keine Entscheidung.
Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von weiteren Anschlägen sowie Gefechten in Syrien. Demnach stand die nahe Damaskus liegende Stadt Duma unter Dauerbeschuss der Armee. Insgesamt seien am Mittwoch landesweit mindestens elf Menschen getötet worden.
Der desertierte syrische General Mustafa Ahmed al-Scheich forderte derweil eine ausländische Militärintervention in Syrien. "Wir wollen gezielte Angriffe auf die Sicherheits- und Militärstrukturen, wie es sie in Libyen gab", sagte der Vorsitzende der Freien Syrischen Armee.
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