Teile von Erdogan-Partei für Verbo nach Vergewaltigung

Streit um neues Abtreibungsrecht in Türkei

Istanbul (AFP) - In der Türkei verschärft sich der Streit um Pläne der Regierung zur Einschränkung des Rechts auf Abtreibung. Wie der Nachrichtensender CNN-Türk berichtete, gab es bei einer Kundgebung gegen die Regierungspläne im westtürkischen Eskisehir handgreifliche Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstrantinnen. Acht Kundgebungsteilnehmerinnen wurden demnach festgenommen. Die Regierung will die Frist für Abreibungen von der zehnten auf die vierte Schwangerschaftswoche senken und Abtreibungen nur noch in medizinischen Notfällen zulassen.
Demo gegen Einschränkung des Rechts auf Abtreibung Bild anzeigen
Demo gegen Einschränkung des Rechts auf Abtreibung © AFP

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte Abtreibungen in der vergangenen Woche mit einem Massaker an Zivilisten verglichen und seiner Regierung aufgetragen, einen Gesetzentwurf zur Verschärfung der bestehenden Abtreibungsregeln auszuarbeiten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums soll das neue Gesetz noch vor der parlamentarischen Sommerpause im Juli beschlossen werden. Frauenverbände reagierten entsetzt.

Abtreibungen sind in der Türkei seit dem Jahr 1983 legal. Nach der derzeit geltenden Fristenregelung kann eine Frau eine Abtreibung bis zur zehnten Schwangerschaftswoche ohne Angabe von Gründen vornehmen lassen. Einige Politiker aus Erdogans islamisch-konservativer Regierungspartei AKP fordern laut Presseberichten, künftig selbst Schwangerschaften nach Vergewaltigungen zu verbieten. Ob dies im geplanten Gesetzentwurf berücksichtigt wird, ist offen.

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