Durchschnittlicher Praxis-Überschuss bei 134.000 Euro

Studie: Einnahmen der Ärzte stärker gestiegen als Kosten

Berlin (AFP) - Die Einnahmen der Ärzte sind einer aktuellen Studie zufolge stärker gestiegen als der finanzielle Aufwand zum Betrieb ihrer Praxen. Der durchschnittlich erwirtschaftete Überschuss je Arzt aus der Versorgung von gesetzlich Versicherten erhöhte sich von 105.000 Euro in 2007 auf 134.000 Euro im vergangenen Jahr, wie aus der vom GKV-Spitzenverband veröffentlichten Erhebung hervorgeht. Werden auch die Einnahmen aus der Versorgung von Privatpatienten einbezogen, ergibt sich der Studie des Forschungsinstituts Prognos zufolge sogar ein Reinertrag von 165.000 Euro.
Ärzte erwirtschaften angeblich mehr Überschüsse Bild anzeigen Ärzte erwirtschaften angeblich mehr Überschüsse © AFP

Große Teile der Kosten in Arztpraxen wie Mieten oder Personal seien fix, hieß es weiter. "Die Vergütung der Vertragsärzte muss sich künftig wieder ihrem Aufwand anpassen", erklärte der Vizechef des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg. Forderungen der Ärzteschaft nach Honorarzuwächsen von deutlich über drei Milliarden Euro für 2013 seien "völlig überzogen".

"Wenn den Ärzten nur die tatsächlichen Kostensteigerungen und die zusätzlichen Leistungen finanziert werden sollen, muss der Preis für die ärztliche Leistung korrigiert werden", erklärte der Projektleiter der Prognos-Studie, Ronny Wölbing.

Der GKV-Spitzenverband kündigte an, bei den Verhandlungen über die Ärztevergütung eine Absenkung des so genannten Orientierungswertes von 3,5 auf 3,25 Cent für 2013 zu verlangen. Dieser bildet die Grundlage für die vertragsärztliche Vergütung. Der Orientierungswert für das kommende Jahr soll bis zum 31. August von Vertretern der Kassen und Ärzte festgelegt werden.

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