Dauerhaft anonym blieben der Studie zufolge 314 der Kinder. Die Hälfte der Kinder aus Babyklappen und rund ein Drittel der Kinder aus anonymen Geburten seien schnell in Adoptivfamilien vermittelt worden. Für 376 Kinder wurden nach Angaben der beteiligten Jugendämter Adoptionsvormundschaften errichtet, 45 Kinder wurden durch die leiblichen Eltern zurückgenommen.
Das ursprüngliche Ziel der Babyklappen und anonymen Geburten, die Tötung neugeborener Babys zu verhindern, wird der Studie zufolge allerdings weitgehend verfehlt. Von Seiten der Träger werde eingeräumt, dass die vor allem anvisierten Zielgruppen - Prostituierte, Drogenabhängige, sehr junge Mädchen und weitere Frauen, die ihre Neugeborenen töten oder aussetzen - nicht erreicht würden. Bereits zuvor war wiederholt Kritik an den Babyklappen laut geworden, weil die Zahl der Kindstötungen seit deren Einführung nicht spürbar zurückgegangen ist.
Zudem habe es einige Fälle gegeben, in denen tote oder behinderte Kinder in eine Babyklappe gelegt worden seien, heißt es laut "Welt" in der neuen Studie. Auch seien nicht alle abgelegten Kinder Neugeborene gewesen. Offenbar wurden "Babyklappen dahin gehend zweckentfremdet, dass sie als Instrument der kurzfristigen Inobhutnahme genutzt wurden, um akute Krisen- oder Überlastungssituationen zu bewältigen", zitiert die "Welt" Autoren der Studie. Dies ändere allerdings nichts daran, dass hier in der Regel tatsächlich Notsituationen vorlägen.
Befragt wurden für die Studie laut "Welt" 591 Jugendämter, von denen sich 466 beteiligten. Von den 344 angeschriebenen Trägern der Angebote von Babyklappen oder anonymen Geburten nahmen 272 an der Befragung teil. Allerdings konnten die Träger nur zu einem Teil der Kinder Angaben über deren weiteres Schicksal machen.
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