Kramp-Karrenbauer spricht mit drei potenziellen Kandidaten - CSU drängt zur Eile

Suche nach neuem CDU-Parteichef beginnt

Berlin (AFP) - In der CDU beginnt in der kommenden Woche offiziell die Suche nach einem Nachfolger für Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie selbst hat Gespräche mit "drei potenziellen Kandidaten" angekündigt; am 24. Februar soll dann über das "weitere Vorgehen beraten" werden. Die Schwesterpartei CSU drängte erneut zur Eile.
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Kramp-Karrenbauer in München © AFP

Kramp-Karrenbauer will die personellen Fragen rund um ihre Nachfolge bis zur Sommerpause klären, wie sie in den ARD-"Tagesthemen" am Freitagabend bekräftigte. Als mögliche neue Parteichefs sind bisher drei Männer im Gespräch: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sowie der frühere Fraktionschef Friedrich Merz.

In der Parteizentrale seien zudem zwei "Initiativbewerbungen aus der CDU-Mitgliedschaft eingetroffen", wie Generalsekretär Paul Ziemiak der Funke Mediengruppe sagte. Beide Bewerber seien bundesweit jedoch nicht bekannt.

Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz sprach sich für Laschet aus: "Jemand muss den Laden zusammenhalten und das traue ich Armin Laschet zu. Er ist der Vorsitzende des größten Landesverbandes der CDU", sagte Polenz am Samstag im Bayerischen Rundfunk.

Er sowie weitere führende CDU-Politiker riefen am Wochenende zur Zusammenarbeit auf. Polenz sagte, "die CDU braucht alle drei, egal in welcher Funktion". Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte der "Passauer Neuen Presse" vom Samstag, die CDU müsse jetzt zusammenstehen. "Am Ende war Geschlossenheit stets ein Markenzeichen der CDU."

Der Vorsitzende der kommunalpolitischen Vereinigung der Union (KPV), Christian Haase, sprach sich dafür aus, die Besetzung von Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz mit der Benennung eines Führungsteams zu verbinden. "Die Kommunalen erwarten in der Union ein personelles Gesamtkunstwerk, bei dem klar wird, wohin die Reise geht", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montagsausgaben).

Der Vorsitzende der Jungen Gruppe der Union im Bundestag, Mark Hauptmann, sprach sich in der "Bild am Sonntag" für eine "Teamlösung" aus: "Mit dem Team Friedrich Merz und Jens Spahn wäre die CDU ideal für die Zukunft aufgestellt." Sie würden "sowohl den konservativen Flügel als auch die Jüngeren ansprechen, das großstädtische wie auch das ländliche Milieu abdecken".

Kramp-Karrenbauer sagte, das Parteipräsidium habe sie darum gebeten, erst nach den Gesprächen mit den möglichen Kandidaten Angaben zu möglichen Zeitplänen zu machen. Am Rosenmontag wolle sie mit den CDU-Gremien zusammenkommen und über den Ausgang der Gespräche sprechen.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte der "Welt am Sonntag": "Wir brauchen zügig Klarheit." Auf ein Jahr der Personaldebatten bei der SPD dürfe nun nicht ein Jahr der Personaldebatten bei der CDU folgen. Das Zelebrieren einer krisenhaften Situation führe nicht zu deren Lösung.

Dobrindt befürchtet ein weiteres Erstarken der Grünen: "Je länger die Personalfrage in der CDU offen bleibt, desto mehr werden die Grünen davon profitieren", sagte er der "Welt am Sonntag". Sie würden "unter dieser Situation als stabiler in der politischen Landschaft wahrgenommen". Das dürfe nicht passieren.

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