Birmas Oppositionschefin besucht vor Europa Thailand

Suu Kyi tritt erste Auslandsreise seit 24 Jahren an

Rangun (AFP) - Die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi will in der kommenden Woche zum ersten Mal seit 24 Jahren das Land verlassen. Die Friedensnobelpreisträgerin werde zu einem Wirtschaftsforum nach Bangkok reisen, teilte ein Sprecher ihrer Partei, der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), in Rangun mit. Bei Demonstrationen gegen Stromausfälle wurden in Birma laut NLD indes mehrere Menschen festgenommen.
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Aung San Suu Kyi © AFP

Das Wirtschaftsforum in Bangkok dauert vom 30. Mai bis zum 1. Juni. Zu möglichen weiteren Terminen Suu Kyis in der thailändischen Hauptstadt machte der Parteisprecher keine Angaben. Nach Angaben aus birmanischen Regierungskreisen will auch Staatschef Thein Sein, ein früherer General, der das Land derzeit durch einen tiefgreifenden Reformprozess führt, an der Zusammenkunft teilnehmen.

Suu Kyi hatte fast zwei Jahrzehnte unter Hausarrest in Rangun verbracht. Ende 2010 wurde die heute 66-Jährige freigelassen und zog bei Nachwahlen Anfang April erstmals ins Parlament ein. Nachdem Birma jahrzehntelang von einer Militärjunta regiert worden war, wurde vor einem Jahr eine formal zivile Regierung unter Präsident Thein Sein eingesetzt. Der Westen lockerte daraufhin seine Sanktionen.

Für Mitte Juni plant Suu Kyi, die am 8. Mai wieder einen Pass erhielt, eine Europareise. Dabei will sie am 16. Juni in Oslo mit 21 Jahren Verspätung ihre Dankesrede zur Verleihung des Friedensnobelpreises halten. Bereits am 14. Juni will sie in Genf an einer Tagung der Internationalen Arbeitsorganisation teilnehmen. Für den 21. Juni ist eine Rede vor dem britischen Parlament geplant.

Suu Kyi hatte mit ihrem Mann und zwei Söhnen lange in Großbritannien gelebt. Ende der 1980er Jahre hielt Birmas Militärjunta sie aber in ihrer Heimat fest, wo sie ihre kranke Mutter pflegte. Obwohl die Opposition die Parlamentswahl in Birma im Jahr 1990 gewann, hielt sich die Armee an der Macht und sperrte Suu Kyi ein. Ihr Mann starb im Jahr 1999 in ihrer Abwesenheit in Großbritannien.

Erstmals seit Jahren demonstrierten in Birma am Donnerstag zahlreiche Menschen gegen Missstände im Land. Bei Kundgebungen in der Region Bago knapp 300 Kilometer nördlich von Rangun und in der Stadt Mandalay im Landesinnern wurden nach NLD-Angaben mehrere Menschen festgenommen, die gegen andauernde Stromausfälle protestierten.

Bereits seit Montag gab es in mehreren Städten des Landes, darunter auch in Rangun, ähnliche Demonstrationen. Die Regierung begründete die Festnahmen mit dem Hinweis, die Kundgebungen seien nicht angemeldet gewesen. Ein NLD-Sprecher sagte, die Parteimitglieder sollten nur an genehmigten Protesten teilnehmen. Nach seinen Angaben wurden in der Region Bago auch Demonstranten verletzt.

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