Ministerium: 65 Menschen im Gazastreifen verletzt

Tausende Palästinenser demonstrieren am Jahrestag der "Katastrophe" vor 70 Jahren

Gaza (AFP) - Zwei Wochen nach der jüngsten Gewalteskalation mit dutzenden Toten im Gazastreifen haben die Palästinenser am Mittwoch des 70. Jahrestages der Nakba (Katastrophe) gedacht - der Vertreibung und Flucht von mehr als 700.000 Landsleuten nach der Staatsgründung Israels. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und dem israelischen Militär im Gazastreifen wurden nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums 65 Palästinenser verletzt, darunter 16 durch Schüsse.
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Palästinenser gedenken der Nakba © AFP

Tausende Palästinenser versammelten sich am Jahrestag zu Protesten in verschiedenen Orten entlang des Grenzzaunes zwischen Israel und dem Gazastreifen. Auch im Westjordanland gab es Demonstrationen. Wie ein AFP-Reporter berichtete, hielten die Demonstranten größtenteils Distanz zum Grenzzaun. Die Proteste blieben vergleichsweise gemäßigt. Im Vorjahr waren am Jahrestag der Nakba 60 Menschen getötet worden.

Nach Angaben des israelischen Militärs versammelten sich rund 10.000 "Randalierer und Demonstranten" entlang des Grenzzauns. Sie hätten Reifen in Brand gesteckt und Steine sowie Brandsätze geworfen.

Die Palästinenser gedenken der Nakba, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgte, jedes Jahr. In diesem Jahr wurde das Gedenken als Test für die brüchige Waffenruhe angesehen, die nach den Zusammenstößen vor zwei Wochen geschlossen worden war.

Militante Palästinenser hatten hunderte Raketen auf Israel abgefeuert und damit israelische Vergeltungsangriffe ausgelöst. Vier Menschen in Israel und 25 Palästinenser, darunter mindestens neun Mitglieder der radikalislamischen Hamas oder der mit ihr verbündeten Gruppe Islamischer Dschihad, wurden getötet. Es waren die schwersten Zusammenstöße seit dem Gazakrieg im Jahr 2014.

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