Islamisten zerstörten Mausoleum in Wüstenstadt in Mali

Timbuktu auf UNESCO-Liste des gefährdeten Welterbes

St. Petersburg (AFP) - Wegen des bewaffneten Konflikts im Norden Malis hat das UNESCO-Welterbekomitee die historische Wüstenstadt Timbuktu auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. Die Nachbarstaaten Malis sollten alles tun, um den Raub kultureller Gegenstände wie wertvolle alte Manuskripte durch "skrupellose Schmuggler" zu verhindern, teilte das Komitee nach einem Treffen in St. Petersburg mit.
Moschee in Timbuktu Bild anzeigen
Moschee in Timbuktu © AFP

Zudem nahm die UN-Kulturorganisation das Grab von Askia auf die Liste. Der 1495 errichtete pyramidenartige Monumentalbau aus Lehm befindet sich in der südlich von Timbuktu gelegenen Stadt Gao, die erst jüngst Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Islamisten und Tuarag-Kämpfern war.

Das rund tausend Kilometer nördlich von Malis Hauptstadt Bamako gelegene Timbuktu am Rande der Sahara wird auch "Perle der Wüste" genannt und zählt seit 1988 zum Weltkulturerbe. Die zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert von Tuareg-Stämmen gegründete Stadt war ein geistiges Zentrum des Islam und beherbergt tausende historische Manuskripte. Neben drei großen Moscheen gehören 16 Friedhöfe und Mausoleen zum Weltkulturerbe - eines dieser Mausoleen wurde Anfang Mai von Islamisten zerstört.

Infolge eines Militärputsches im März gelang es Tuareg-Rebellen und islamistischen Bewegungen, den gesamten Norden des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen, darunter Timbuktu und Gao. In Gao lieferten sich Islamisten und Tuareg-Rebellen am Mittwoch heftige Kämpfe, bei denen mindestens 20 Menschen getötet wurden. Die Islamisten verkündeten daraufhin, die Tuareg aus der Stadt vertrieben zu haben.

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