Portugal war nach Griechenland und Irland das dritte Land, das in der europäischen Schuldenkrise internationale Finanzhilfe beantragen musste. Das südeuropäische Land bekam vor fast einem Jahr Notkredite in Höhe von 78 Milliarden Euro zugesprochen und musste dafür einem tiefgreifenden Spar- und Reformprogramm zustimmen. Zufrieden zeigt sich die Troika in ihrem neuen Prüfbericht mit den Sparanstrengungen der Regierung in Lissabon.
Das Land hat seinen Schuldenberg inzwischen auf 4,2 Prozent der Wirtschaftskraft gedrückt. Das ist mehr als angepeilt. Die internationalen Gläubiger sehen "merkbaren Fortschritt" bei den vereinbarten Reformen beispielsweise auf dem Arbeitsmarkt und im Gesundheitssystem. "Auch die Privatisierungen waren bis jetzt sehr erfolgreich." Die Troika-Experten hoffen darauf, dass Portugal sich ab dem kommenden Jahr wieder an den Finanzmärkten mit Geld versorgen kann.
Doch es gibt auch schlechte Nachrichten: Der harte Sparkurs ist an der international als wenig wettbewerbsfähig geltenden Wirtschaft des Landes nicht spurlos vorüber gegangen. Die portugiesische Wirtschaftskraft schrumpft in diesem Jahr nach den jetzigen Berechnungen aber um 3,25 Prozent, anstatt 3,0 Prozent wie bisher erwartet.
Zuletzt hatte es immer wieder Befürchtungen gegeben, dass Portugal ebenso wie Griechenland ein zweites Hilfsprogramm in Milliardenhöhe benötigen könne, um finanziell wieder auf die Beine zu kommen. Auch das benachbarte Spanien gilt angesichts von Haushaltsproblemen und hoher Arbeitslosigkeit als Sorgenkind. Wenn die portugiesische Regierung jedoch das Reformtempo beibehalte, "gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass dieses Programm nicht ausreichend sein könnte", sagte Kommissionsvertreter Peter Weiss.
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