Angeklagte befinden sich laut Medienberichten nicht in der Türkei

Türkische Staatsanwaltschaft klagt sechs weitere Verdächtige im Fall Khashoggi an

Istanbul (AFP) - Wenige Tage bevor sich der Mord an dem saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi zum zweiten Mal jährt, hat die Türkei Anklage gegen sechs weitere Verdächtige aus Saudi-Arabien erhoben. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haftstrafen für zwei der Beschuldigten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag berichtete. Für die anderen vier werden demnach Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren verlangt.
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Der getötetet saudiarabische Journalist Khashoggi © AFP

Der Prozess soll türkischen Medienberichten zufolge in Abwesenheit der Angeklagten stattfinden, da sich die Verdächtigen nicht in der Türkei befinden.

Im Zusammenhang mit dem Mord an Khashoggi hatte im Juli in Istanbul bereits ein Prozess gegen 20 Saudiaraber begonnen, von denen sich ebenfalls keiner in der Türkei befindet. Die türkische Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, Khashoggi "vorsätzlich" und "unter Qualen" getötet zu haben.

Der 59-jährige Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul von einem entsandten 15-köpfigen Kommando ermordet worden. Unter internationalem Druck gab Riad nach wochenlangen Dementis schließlich zu, dass der Regierungskritiker und Gegner des mächtigen Kronprinzen Mohammed bin Salman "bei einem missglückten Einsatz zu seiner Festnahme" getötet worden sei.

In einem Prozess in Saudi-Arabien wurden im Dezember zunächst fünf Todesurteile verhängt. Im September wandelte die saudiarabische Justiz die Urteile in Haftstrafen von jeweils 20 Jahren um. Gegen drei weitere Angeklagte wurden Gefängnisstrafen zwischen sieben und zehn Jahren verhängt.

Der stellvertretende saudiarabische Geheimdienstchef Ahmed al-Assiri und der ehemalige Berater des Kronprinzen, Saud al-Kahtani, wurden in dem Prozess entlastet. Türkische Ermittler gehen hingegen davon aus, dass die beiden Männer die Ermordung des Regierungskritikers im Istanbuler Konsulat angeordnet haben.

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