Syrische Regierungstruppen und russische Soldaten rücken in Kobane ein

UN-Sicherheitsrat warnt vor "Ausbreitung" inhaftierter Dschihadisten in Syrien

New York (AFP) - Der UN-Sicherheitsrat hat angesichts der türkischen Offensive in Nordsyrien vor der "Ausbreitung" dschihadistischer Gefangener in der Region gewarnt. Wie es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung hieß, äußerten die Mitglieder des Sicherheitsrats "große Besorgnis über das Risiko der Ausbreitung von Terroristen", unter ihnen Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Ein Ende des türkischen Militäreinsatzes forderte das UN-Gremium jedoch nicht.
Syrische Kurden fliehen aus Kobane Bild anzeigen
Syrische Kurden fliehen aus Kobane © AFP

Alle 15 Mitglieder des Sicherheitsrats, darunter auch Russland, einer der Hauptakteure in dem Konflikt, äußerten sich "sehr besorgt über eine weitere Verschlechterung der humanitären Lage" in Nordsyrien. Alle seien sich außerdem einig über die Gefahr einer Neugruppierung des IS, sagte ein Diplomat nach dem Treffen.

In einer eigenen Erklärung der fünf europäischen Mitglieder des Sicherheitsrates wurde die Notwendigkeit der Sicherung von Gefangenenlagern betont, in denen dschihadistische Kämpfer festgehalten werden. Dies sei "zwingend notwendig, um sie daran zu hindern, sich Terrorgruppen anzuschließen".

Unterdessen trafen am Mittwoch Streitkräfte der syrischen Armee und russische Truppen in der strategisch wichtigen Grenzstadt Kobane ein, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die syrischen Kurden hatten nach dem Beginn der türkischen Militäroffensive keinen anderen Ausweg gesehen, als Syriens Machthaber Baschar al-Assad zu Hilfe zu rufen und eine Vereinbarung mit den beiden Konfliktparteien zu schließen.

Kobane ist eine symbolträchtige Stadt für die syrischen Kurden, deren Streitkräfte die Stadt 2015 in einem erbitterten Kampf gegen die IS-Miliz mit Unterstützung von US-Truppen zurückerobert hatten. Seitdem steht Kobane unter der Kontrolle der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die die Türkei wiederum wegen ihrer Nähe zur PKK als "Terrororganisation" einstuft. Die USA hatten vergangene Woche mit dem Abzug ihrer Truppen den Weg für die türkische Offensive freigemacht.

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