Strafmaßnahmen als Warnsignal an Myanmars Streitkräfte

USA belegen hohe Militärs in Myanmar wegen Rohingya-Verfolgung mit Sanktionen

Washington (AFP) - Die USA haben vier Befehlshaber der Streitkräfte von Myanmar wegen Menschenrechtsverletzungen mit Sanktionen belegt. Die Militärs seien für "ethnische Säuberungen, Massaker, sexuelle Attacken und außergerichtliche Tötungen" verantwortlich, die sich gegen die muslimischen Rohingya und andere Minderheiten richteten, erklärte das Finanzministerium am Freitag in Washington. Die Strafmaßnahmen gegen die Befehlshaber seien als Warnung an die Streitkräfte zu verstehen, sich nicht weiter an Übergriffen zu beteiligen.
Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch Bild anzeigen
Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch © AFP

Die Sanktionen zielen darauf ab, die Betroffenen von internationalen Finanz- und Geschäftsbeziehungen auszuschließen und ihre Vermögen im Ausland einzufrieren. Einer der Betroffenen ist der myanmarische General Aung Kyaw Zaw. Die USA werfen ihm vor, einen Militäreinsatz geleitet zu haben, der seit 2016 rund 700.000 muslimische Rohingya aus Myanmar ins benachbarte Bangladesch vertrieben habe. Auch zwei myanmarische Militäreinheiten wurden auf die Sanktionsliste gesetzt.

In Rakhine wird die muslimische Minderheit der Rohingya seit Jahrzehnten unterdrückt. Zuletzt hatte die Armee ihr Vorgehen verschärft. Sie zerstörte zahlreiche Rohingya-Dörfer, Flüchtlinge berichteten von Ermordungen und Vergewaltigungen.

Die UNO stuft das Vorgehen gegen die Rohingya als "ethnische Säuberung" ein. Im März sprach die UN-Sonderberichterstatterin für Myanmar, Yanghee Lee, erstmals von einem "Völkermord".

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