Protest nach gewalttätigen Zusammenstößen mit einem getöteten Dalit

"Unberührbare" bringen öffentliches Leben in Mumbai teilweise zum Erliegen

Mumbai (AFP) - Demonstranten aus Indiens niedrigster Kaste haben am Mittwoch das öffentliche Leben in der Großstadt Mumbai im Westen des Landes teilweise lahmgelegt. Die auch "Unberührbare" genannten Dalit blockierten Straßen, beschädigten Busse und besetzten Bahngleise in der Finanzmetropole und Hauptstadt des Bundesstaats Maharashtra. Einige Schulen und Geschäfte blieben vorsorglich geschlossen. Die Polizei nahm mehr als hundert Demonstranten fest.
Polizisten schützen Republikaner-Parteitag in Mumbai Bild anzeigen
Polizisten schützen Republikaner-Parteitag in Mumbai © AFP

Die Protestteilnehmer reagierten auf Ausschreitungen während einer Zeremonie in einem in Maharashtra gelegenen Dorf nahe der Stadt Pune. Dabei war am Montag ein junger Dalit getötet worden. Die "Unberührbaren" hatten bei der Feier an die Schlacht von Bhima-Koreagon am 1. Januar 1818 erinnert. Mitglieder der "Unberührbaren" verhalfen damals den britischen Kolonialtruppen zum Sieg über die Peshwas, die obere Kaste der Brahmanen.

Dalit-Führer beschuldigten rechte Hindus, zu den Gewalttaten am Montag aufgestachelt zu haben. Die Zusammenstöße weiteten sich später auf andere Gebiete des Bundesstaates aus. In Mumbai tagte am Mittwoch die Republikanische Partei Indiens (RPI). Unterstützer der Partei beteiligten sich in der Stadt an den Protesten der Dalit.

Offiziell ist jede Diskriminierung der "Unberührbaren" untersagt. Die Dalit sind jedoch noch immer Opfer sozialer Ausgrenzung, etwa auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt sowie bei der Ausbildung.

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