Senat muss nun über Gesetzentwurf entscheiden

Unterhaus in Argentinien stimmt für Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen

Buenos Aires (AFP) - In Argentinien hat ein Gesetzentwurf zur Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüche die erste Hürde genommen: Im Unterhaus des argentinischen Kongresses erhielt der Entwurf mit 131 Stimmen eine Mehrheit, wie das Abgeordnetenhaus am Freitag mitteilte. Die Vorlage wird nun an den Senat weitergeleitet - eine ähnlicher Gesetzestext war dort vor zwei Jahren unter dem Druck der katholischen Kirche abgelehnt worden. Die Abstimmung im Oberhaus wird noch vor Ende des Jahres erwartet.
Freude nach der Abstimmung im Unterhaus Bild anzeigen
Freude nach der Abstimmung im Unterhaus © AFP

Tausenden junge Menschen jubelten über das Ergebnis, nachdem sie die Nacht vor dem Kongressgebäude in Buenos Aires verbracht hatten. Viele Frauen trugen grüne Schals, um sich als Anhängerinnen des Gesetzentwurfs zu bekennen.

In Argentinien, dem Heimatland von Papst Franziskus, sind Schwangerschaftsabbrüche seit Anfang der 1920er Jahre verboten und werden mit bis zu vier Jahren Gefängnis bestraft. Ausnahmen sind nur nach Vergewaltigungen zulässig oder wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist.

Allerdings wird seit Jahren in dem südamerikanischen Land über die Legalisierung von Abtreibungen debattiert. Im Februar stellte der neue linksgerichtete Präsident Alberto Fernández schließlich ein Gesetz in Aussicht, das "die Bestrafung von Abtreibungen beenden" soll. Sollte das Gesetz in Kraft treten, dürften Frauen bis zur 14. Schwangerschaftswoche abtreiben.

Im Vorfeld der Abstimmung waren Ende November tausende Abtreibungsgegner gegen die geplante Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen auf die Straße gegangen. Zu den Protesten hatten unter anderem die katholische Kirche und evangelikale Christen aufgerufen.

Die Regierung schätzt, dass in Argentinien jährlich 370.000 bis 520.000 Frauen illegale Abtreibungen vornehmen lassen.

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