Schwere Ausschreitungen in Stadt im US-Bundesstaat Missouri

Vier Polizisten bei gewaltsamen Protesten in St. Louis angeschossen

Washington (AFP) - Bei den Protesten gegen Rassismus in den USA sind in der Stadt St. Louis vier Polizisten angeschossen worden. Die Verletzungen seien "nicht lebensbedrohlich", sagte der Polizeichef der Stadt im Bundesstaat Missouri, John Hayden, am Dienstag. Der Vorfall habe sich ereignet, als die Polizei versucht habe, Plünderungen und Vandalismus zu verhindern und die Stadt nach einer Nacht der Gewalt wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.
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Ausschreitungen erschüttern die USA, wie hier in Seattle © AFP

Die vier verletzten Polizisten hätten an einer Polizeiabsperrung gestanden, als sie von Schüssen getroffen wurden, sagte Hadyen. Unklar sei, ob mehr als ein Schütze beteiligt war. Bisher habe es keine Festnahmen in dem Fall gegeben.

Nach friedlichen Protesten am Montagnachmittag hatte sich die Lage in der Stadt im Mittleren Westen zugespitzt. Laut Hayden begannen einige hundert Demonstranten zu plündern und die Polizei mit Steinen und Feuerwerkskörpern zu attackieren. Diese habe mit "Munition" geantwortet.

Seit mehreren Tagen erschüttern landesweite, teilweise gewaltsame Proteste die USA, die durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd durch einen brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota ausgelöst wurden. Es handelt sich um die größten Unruhen in den USA seit den Ausschreitungen 1968 nach der Ermordung der schwarzen Bürgerrechtsikone Martin Luther King.

"Herr Floyd wurde irgendwo anders getötet, und sie nehmen Städte im ganzen Land auseinander", sagte Polizeichef Hayden mit Bezug auf gewaltbereite Demonstranten. Mit Hilfe der Nationalgarde werde nun versucht, die Kontrolle über die Stadt wiederzuerlangen.

George Floyd war am Montag vergangener Woche gestorben, nachdem der weiße Polizist Derek Chauvin fast neun Minuten lang sein Knie auf den Nacken des 46-Jährigen gepresst hatte - obwohl Floyd wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr. Die Beamten hatten den Afroamerikaner festgenommen, weil er Zigaretten mit Falschgeld bezahlt haben soll. Ein Video des Vorfalls löste landesweit Entsetzen und Empörung aus.

Chauvin war in der vergangenen Woche festgenommen und offiziell des Totschlags beschuldigt worden. Eine offizielle Autopsie bestätigte am Montag, dass Floyd durch die von der Polizei angewendete Gewalt getötet worden war.

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