Nach Angaben afghanischer Beamter ereignete sich der Anschlag im Bezirk Nidschrab in der ostafghanischen Provinz Kapisa nahe der pakistanischen Grenze. Einem Sprecher des afghanischen Innenministeriums zufolge begab sich der mit einer Burka als Frau verkleidete Attentäter zu Fuß zu der französischen Patrouille, wo er seinen Sprengsatz zündete. Bei dem Anschlag wurden auch ein afghanischer Übersetzer getötet sowie drei Zivilisten verletzt.
Die radikalislamischen Taliban bekannten sich in einem Schreiben an Journalisten zu dem Anschlag. Kapisa, wo rund tausend der 3500 Soldaten der französischen Kampftruppen stationiert sind, zählt zu den unsicheren Regionen Afghanistans. In der Provinz, für die demnächst afghanische Sicherheitskräfte die Verantwortung übernehmen, kämpfen Drogenhändler mit den Taliban um die Vorherrschaft.
Der Anschlag vom Samstag war der schwerste gegen die französischen Truppen seit Januar, als in Kapisa ein afghanischer Soldat vier französische Kameraden erschoss. Ein fünfter Franzose erlag im März seinen Verletzungen. Der damalige Präsident Nicolas Sarkozy zog kurz darauf den Abzug der französischen Truppen auf Ende 2013 vor. Sein Amtsnachfolger Hollande verlegte den Termin noch einmal um ein Jahr auf Ende 2012 vor. Nach dem Fahrplan der NATO sollen alle ausländischen Kampftruppen bis Ende 2014 vom Hindukusch abgezogen werden.
Hollande wies Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian nach dem Anschlag vom Samstag an, sich am Sonntag nach Afghanistan zu begeben. Zudem kündigte er für Juli den Beginn des Truppenabzugs vom Hindukusch an. In der Zwischenzeit müsse alles dafür getan werden, dass die französischen Truppen ihren Verpflichtungen nachkämen, allerdings "unter höchsten Sicherheitsbedingungen und mit größter Wachsamkeit", sagte Hollande.
Hollande hatte mit seinen Abzugsplänen für Irritationen bei den westlichen Verbündeten gesorgt. Diese wollen an dem beschlossenen Fahrplan zur Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen festhalten, wonach alle Kampftruppen bis Ende 2014 abgezogen werden sollen. Frankreich will den NATO-Militäreinsatz nach einem Abzug seiner Kampftruppen aber weiter unterstützen und dazu Ausbilder im Land lassen.
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