Geistlichem wird Vertuschung vorgeworfen - Papst nimmt Rücktrittsgesuch an

Washingtons Erzbischof Wuerl im Skandal um sexuellen Missbrauch zurückgetreten

Rom (AFP) - Im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch des Erzbischofs von Washington, Donald Wuerl, angenommen. Das teilte der Vatikan am Freitag mit. Der 77-jährige Wuerl, der den massenhaften sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Priester in den USA vertuscht haben soll, hatte seinen Rücktritt bereits im September angekündigt.
Erzbischof Donald Wuerl im April 2018 Bild anzeigen
Erzbischof Donald Wuerl im April 2018 © AFP

Wuerl war von 1988 bis 2006 der Bischof von Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania. In dem Bundesstaat hatten einem Untersuchungsbericht zufolge mehr als 300 katholische Priester über Jahrzehnte hinweg über tausend Kinder sexuell missbraucht. Der Bericht hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Wuerls Name taucht darin mehrfach auf, ihm wird vorgeworfen, den Skandal unter der Decke gehalten zu haben.

Mitte September war Erzbischof Wuerl als Zeichen seiner Reue während einer Messe vor den Opfern auf die Knie gegangen. "Man muss bereit sein, das Notwendige zu tun, einschließlich eines Rücktritts. Dieser Schritt meinerseits wird ein wichtiger Teil der Heilung sein", sagte der 77-Jährige.

Nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts Mitte August war wiederholt der Rücktritt des Kardinals gefordert worden. Er hatte sich verteidigt und versichert, dass er im Interesse der Opfer gehandelt habe. Seine Anhänger verwiesen darauf, dass Wuerl bestimmte Priester selbst gegen Widerstand aus dem Vatikan bestraft habe.

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