Behördenvertreter vermutet Giftanschlag auf Trinkwasser

Wasser vergiftet: Afghanische Schülerinnen in Klinik

Kundus (AFP) - Im Nordosten Afghanistans sind mehr als einhundert Schülerinnen in ein Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem sie Wasser getrunken hatten. Die Schülerinnen erkrankten, als sie Wasser aus einem Tank an ihrer Oberschule in der Kleinstadt Rustak in der nordöstlichen Provinz Tachar zu sich genommen hatten, wie die Behörden mitteilten. Er gehe davon aus, dass radikale Gegner von Schulbildung für Mädchen das Wasser vergiftet hätten, sagte der Bezirksgouverneur Mohammad Hussain. Die Polizei untersuche den Fall.
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Afghanische Schülerinnen © AFP

Ein Sprecher des Bildungsministeriums, Abdul Sabur, warnte vor schnellen Schlussfolgerungen. Viele der Schülerinnen seien Berichten zufolge in Panik geraten und kurz nach ihrer Einlieferung wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, sagte er. Andere seien jedoch noch dort. "Wir denken, es ist ein kleiner Zwischenfall, aber wir setzen unsere Untersuchungen fort."

Laut der Gesundheitsbehörde der Provinz wurden 140 Schülerinnen von Ärzten versorgt. Die meisten von ihnen hätten sich schnell von den Symptomen wie Kopfschmerzen und Schwindel erholt, sagte Behördenchef Hafisullah Safi. Die Mädchen, die noch im Krankenhaus seien, seien in einem stabilen Zustand.

Während der Herrschaft der radikalislamischen Taliban in Afghanistan war es Mädchen verboten, eine Schule zu besuchen oder in einem Büro zu arbeiten. Seit ihrem Sturz durch eine von den USA angeführte Invasion Ende 2001 wurden Millionen von Mädchen eingeschult. Immer wieder werden auf Schülerinnen und ihre Lehrer Anschläge verübt, die Behörden weisen dabei meist den Taliban die Verantwortung zu.

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