Bei Westerwelles Treffen mit Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ging es um den Stand der Reformen und darum, wie die Entwicklung von außen unterstützt werden kann, wie aus Delegationskreisen verlautete. Westerwelle erkundigte sich demnach nach Bereichen, in denen Hilfe am dringendsten benötigt wird. Suu Kyi habe daraufhin Bedürfnisse wie Wasser-, Energie- und Infrastrukturprojekte genannt.
Suu Kyi sagte nach dem Gespräch mit Westerwelle in ihrem Haus in Rangun, ihr Land hoffe auf eine "bessere Zukunft" und "dauerhafte Reformen". Der Reformprozess sei noch nicht "unumkehrbar". "Formell" stünden aber alle, die an der Macht seien, hinter den Reformen - "einschließlich der Armee".
Nachdem die Opposition in Birma jahrzehntelang unterdrückt wurde, verfolgt die formell zivile Regierung unter Ex-General Thein Sein seit dem vergangenen Jahr eine Politik der Öffnung. Anfang April durfte die zuvor jahrelang inhaftierte Suu Kyi an einer Nachwahl für das Parlament teilnehmen und errang erstmals ein Abgeordnetenmandat. Im Gegenzug für die Reformbemühungen lockert der Westen derzeit seine Sanktionen. Westerwelle ist der erste deutsche Außenminister seit mehr als einem Vierteljahrhundert, der das Land besucht.
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