Die Ressortchefs forderten den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf, bis zu zehn Millionen Euro mehr für Fanprojekte auszugeben. Es sei den Bürgern nicht länger zu vermitteln, das bislang zwei Drittel der Kosten dieser Projekte von der öffentlichen Hand getragen werden.
Die Vereine der ersten bis zur dritten Liga trügen bislang nur drei Millionen Euro für die bundesweit 51 Projekte, sagte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU). "Es wäre angemessen", wenn der Profi-Fußball mehr Geld für die Projekte ausgibt, schließlich habe er künftig rund 650 Millionen Euro an Mehreinnahmen aus den Fernsehrechten zu erwarten. Die Kommunen könnten das eingesparte Geld für Fanprojekte in den unteren Ligen ausgeben.
Die Innenminister verabschiedeten sich von dem Plan, Gesichtsscanner an den Stadieneingängen einzusetzen. Caffier begründete dies unter anderem mit Einwänden der Datenschützer. Allerdings sollen beim Drittligisten Hansa Rostock besondere Kartenlesegeräte getestet werden. Über die Abschaffung von Stehplätzen wie etwa in der englischen Liga müssen die Vereine nach Ansicht der Minister genauso selbst entscheiden wie über die Einführung personifizierter Eintrittskarten.
Wenn es ihnen nicht gelingt, die Sicherheit in den Stadien zu verbessern, wollen die Innenminister erneut über eine Beteiligung der Vereine an den Kosten der Polizeieinsätze beraten. Derzeit kosteten diese rund 100 Millionen Euro im Jahr, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD). Er forderte die Vereinen auf, den Dialog mit ihren Fans zu pflegen. "Nur Karten zu verkaufen reicht nicht", sagte Jäger.
Die Innenminister forderten gemeinsam die Vereine auf, bereits gemachte Zusagen zur Verbesserung der Sicherheit in den Stadien einzulösen. Noch vor dem Beginn der nächsten Bundesliga-Saison wollen sie mit dem DFB und der DFL auf einem Sicherheitsgipfel darüber reden.
Zu den Maßnahmen gehören ihrer Meinung nach eine bessere Überwachung durch Videotechnik, besser ausgebildete Ordnungskräfte und genauere Einlasskontrollen. Die Masse der eingeschmuggelten Pyrotechnik zeige, dass diese mancherorts nicht ausreichen, sagte Schünemann. Stadionverbote sollten die Vereine gegebenenfalls auch durchsetzen, indem sie betroffenen "Fans" mit Bußgeldern belegen.
In Deutschland war es bei Spielen der Bundesligen zuletzt mehrfach zu Zwischenfällen gekommen. So kam es nach Partien zu Krawallen, in Stadien wurden Spiele durch Rauchbomben und Leuchtkörperwürfe teils massiv gestört. Beim Relegationsrückspiel zwischen Hertha BSC Berlin und Fortuna Düsseldorf um den Aufstieg in beziehungsweise den Abstieg aus der ersten Liga waren hunderte Fans vor Abpfiff auf den Platz gestürmt.
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