Zentralbank und Polizei in Damaskus attackiert

Zahlreiche Tote bei Anschlägen in Syrien

Damaskus (AFP) - Bei schweren Explosionen im Nordwesten Syriens hat es zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurden in der Protesthochburg Idlib Gebäude der Sicherheitskräfte attackiert und mehr als 20 Menschen getötet. Das Staatsfernsehen sprach von neun Toten und etwa 100 Verletzten und machte "Terroristen" für die Anschläge verantwortlich.
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Anschläge in Idlib © AFP

Nach Angaben der Beobachtungsstelle waren die meisten Todesopfer in Idlib Sicherheitskräfte. Am Morgen gab es demnach zwei Explosionen - eine in einem Zentrum des Luftwaffengeheimdiensts, die andere in einem Zentrum des Militärgeheimdiensts. Stunden später erschütterte eine dritte Explosion das Universitätsviertel. Dabei gab es der Beobachtungsstelle zufolge mehrere Verletzte.

Das Staatsfernsehen berichtete, unter den Toten seien ein Offizier sowie Zivilisten. Aufnahmen vom Anschlagsort zeigten Blutflecken und Leichenteile an einem beschädigten Traktor, zerstörte Wohnhäuser und aufgebrachte Bewohner, die in Sprechchören den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unterstützten.

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, UN-Beobachter hätten sich an die Orte der beiden ersten Anschläge begeben. Derzeit befinden sich 30 UN-Beobachter zur Überwachung der offiziell seit dem 12. April geltenden Waffenruhe in Syrien. Ihre Zahl soll in den kommenden Tagen verdoppelt und später auf 300 aufgestockt werden.

Eine weitere Explosion, die vermutlich von einer Autobombe ausgelöst wurde, ereignete sich nach Angaben der Beobachtungsstelle in der Nähe der Hauptstadt Damaskus. Zur Zahl der Toten und Verletzten lagen zunächst keine Angaben vor. Die Beobachtungsstelle berichtete zudem, dass Regierungssoldaten in der Provinz Deir Essor und Homs jeweils einen Zivilisten erschossen.

In Damaskus selbst wurden laut einem Bericht des Staatsfernsehens in der Nacht zum Montag das Gebäude der syrischen Zentralbank und eine Polizeipatrouille angegriffen. Die Polizisten wurden demnach vor einem Krankenhaus von einer "bewaffneten Terrorbande" attackiert. Dabei seien vier Beamte verletzt worden. Die Zentralbank wurde dem Bericht zufolge von drei bewaffneten Männern angegriffen, die aus einem Fahrzeug mit Raketenwerfern auf das Gebäude schossen. Das Fernsehen zeigte Bilder von der beschädigten Fassade.

Ungeachtet der Waffenruhe waren in Syrien am Wochenende nach Angaben der Opposition erneut 70 Menschen getötet worden, darunter mehr als 40 Zivilisten. Insgesamt wurden seit Beginn der Massenproteste gegen Assad im März 2011 nach Oppositionsangaben mehr als 11.000 Menschen, überwiegend Zivilisten, getötet. Am Sonntag traf der norwegische General Robert Mood, der die UN-Beobachtermission zur Überwachung der Waffenruhe leitet, in Damaskus ein. Er forderte alle an dem Konflikt beteiligten Seiten auf, die Gewalt zu beenden.

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