Boxer Sopa mit Kritik an DBV - Verband weist Vorwürfe zurück

Köln (SID) - Der ehemalige deutsche Boxmeister Kastriot Sopa hat schwere Vorwürfe gegen den Deutschen Boxsport-Verband (DBV) erhoben. "Der Verband stellt den Erfolg über die Gesundheit seiner Athleten", sagte der 27-Jährige in einem Interview mit dem Spiegel. DBV-Sportdirektor Michael Müller dementierte gegenüber dem SID jegliche Vorwürfe des 27-Jährigen "mit aller Entschiedenheit".
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Kastriot Sopa (r.) erhebt schwere Vorwürfe gegen den DBV © SID

Sopa war nach eigenen Angaben aus dem Verband ausgetreten, weil er sich bei einem Sparringslehrgang in Kasachstan im Februar möglicherweise mit Corona infiziert haben soll und danach weitere zuvor angesetzte Sparringskämpfe bestritten hatte. Erwiesen ist eine Infektion genau zum damaligen Zeitpunkt wohl nicht. Im Anschluss verlor der Dritte der Europaspiele von 2015 einen Kampf beim Olympia-Qualifikationsturnier in London.

Müller und der DBV zeigten sich "persönlich sehr enttäuscht, weil Kastriot Sopa über sieben Jahre einer der am besten betreuten Sportler im DBV war." Bezüglich der Vorwürfe von Sopa sagte der Sportdirektor: "Seine Aussagen stehen in völligem Widerspruch zu seinen Abschiedsworten, die er im Personalgespräch mit Cheftrainer Eddie Bolger im Juli geäußert hat. Ich bedauere es sehr, wenn Sportler keine Selbstkritik üben und die Fehler nur bei anderen suchen."

Bereits im September war der Verband in die Kritik geraten, als sich beim Trainingslager in Längenfeld/Tirol ein Großteil der 25-köpfigen Delegation mit Corona infizierte, der DBV hatte zur Klärung der Ursache eine Untersuchung eingeleitet.

Querverweise zu dem Sparringsturnier in Kasachstan verbieten sich für Müller: "Beim Sparringslehrgang in Kasachstan vom 21. Januar bis zum 2. Februar war Corona noch kein Thema. Der Cheftrainer hat in Abstimmung mit dem Lehrgangsarzt Sopa freigestellt, an den Sparrings teilzunehmen. Corona-Tests oder Ähnliches gab es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Anschließend wurde er in Heidelberg eingehend untersucht - ohne jeglichen medizinischen Befund."

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