Der britische Sprintstar Dwain Chambers darf bei Olympia in London starten. Dies ist die Konsequenz aus einem Urteil, das der Internationale Sportgerichtshof CAS am Montag fällte.

CAS lässt BOA abblitzen: Chambers darf starten

Köln (SID) - Der britische Sprintstar Dwain Chambers darf bei Olympia in London starten. Dies ist die Konsequenz aus einem Urteil, das der Internationale Sportgerichtshof CAS am Montag gefällt hat. Das Schiedsgericht in Lausanne kam zu der Auffassung, die Haltung des britischen Olympia-Komitees (BOA), Dopingsünder lebenslang von Olympia auszuschließen, sei nicht mit dem derzeitigen Code der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA vereinbar. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will nun 2013 die WADA-Regeln so verändern, dass Athleten nach längeren Dopingstrafen bei den nächsten Olympischen Spielen nicht startberechtigt sind. IOC-Vize Thomas Bach: "Das Urteil unterstreicht die Notwendigkeit des IOC-Vorstoßes."
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Chambers darf sich Hoffnungen auf Olympia machen © SID

Die IOC-Regeln waren im Oktober 2011 verändert worden, als der CAS die sogenannte Osaka-Regel kippte. Durch diese hatte die IOC-Exekutive 2008 entschieden, dass Athleten nach einer mehr als sechsmonatigen Doping-Sperre nicht an den folgenden beiden Olympischen Spielen teilnehmen dürfen. Diese Rechtsauffassung sei "ungültig und nicht durchsetzbar".

Damit war der Weg für den früheren 400-m-Weltmeister LaShawn Merritt für Olympia in London (27. Juli bis 12. August) und auch für die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein (Berlin) mit Blick auf die Winterspiele 2014 in Sotschi. Nur die BOA war nicht bereit gewesen, vor den Spielen im eigenen Land die neue Regel mitzutragen.

Auf die Streichung der Osaka-Regel hatte Claudia Pechstein im Oktober schon erfreut reagiert, deren Fall von einer Veränderung der WADA-Regel 2013 nicht betroffen wäre: "Ich bin total glücklich. Das Urteil konnte nicht anders ausfallen. Die Gerechtigkeit hat gesiegt. Jetzt ist der Weg frei für meine zehnte Olympiamedaille."

Weniger erfreut war IOC-Präsident Jacques Rogge, der ankündigte, man werde nun über den neuen Antidopingcode, der ab 2013 eintritt, Druck machen, dass für schwerere Vergehen längere Sperren eingeführt würden.

Auch IOC-Vize Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), meinte am Montag: "Das IOC ist im derzeit laufenden Revisions-Verfahren des WADA-Codes schon initiativ geworden. Es müssen dem IOC aber auch den NOKs bessere Sanktionsmöglichkeiten im Kampf gegen Doping eröffnet werden."

Chambers, der am Donnerstag 34 Jahre alt wird, hatte im März bei der Hallen-WM in Istanbul Bronze über 60 m gewonnen. Gold holte im gleichen Rennen Justin Gatlin (USA), der als Olympiasieger 2004 und Weltmeister 2005 vier Jahre wegen Dopings gesperrt war und im Falle einer Qualifikation in London starten dürfte.

Chambers hatte wegen Dopings rückwirkend zweimal EM-Gold von München 2002 verloren, war 2006 als Staffel-Europameister zurückgekehrt und 2009 Hallen-Weltmeister über 60 m geworden.

Der CAS unter den Richtern Richard W. Rivkin (USA) und Michele Barnasconi (Schweiz) bestätigte sein Urteil vom Oktober auch unter dem Aspekt, dass die Regeln im der Kampf gegen Doping weltweit harmonisiert sein müssten und es keine substanziellen Abweichungen geben dürfte.

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