Corona-Gipfel: Kein Lockdown für Profisport - aber Geisterspiele

Köln (SID) - König Fußball und die anderen großen Ligen müssen trotz rasant steigender Corona-Infektionszahlen nicht in den erneuten Lockdown, Zuschauer sind im November aber ausgeschlossen. Das beschlossen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten auf ihrem virtuellen Corona-Krisengipfel am Mittwoch. Der umfangreiche Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung der Pandemie, der ab Montag in allen Bundesländern greifen soll, beinhaltet zudem, dass der Breiten- und Freizeitsport bis auf Weiteres komplett zurückfahren muss.
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Im Profisport sind Zuschauer im November ausgeschlossen © SID

Im Gegensatz zu anderen gesellschaftlichen Bereichen wurde der Sport noch einmal vom zweiten Lockdown nach dem im März verschont. Nicht nur der Fußball, auch Handball, Basketball und Eishockey hatten vor den Beratungen mächtig gezittert. Es geht um die nackte Existenz. Ein radikaler Lockdown wäre für zahlreiche Vereine und Verbände der Anfang vom Ende gewesen. Allerdings stellt alleine die Anordnung von Geisterspielen die Ligen schon vor gewaltige Probleme.

"Das ist ein Schlag ins Kontor, aber unter Berücksichtigung der Gesamtsituation vielleicht auch nachvollziehbar", sagte Handball-Ligachef Frank Bohmann dem SID. Er wünsche sich "von der Politik eine andere Beständigkeit in ihren Entscheidungen. Das ist schon eine Umkehr von dem, was wir vereinbart haben", sagte Bohmann, der zugleich bekannt gab, dass der Ligabetrieb fortgesetzt werde. "Wir haben uns entschieden, dennoch bis mindestens Weihnachten weiterzuspielen", sagte Bohmann.

Stefan Holz, Chef der Basketball Bundesliga (BBL), war nach der Entscheidung hin- und hergerissen. "Ich schwanke zwischen Frustration und Erleichterung", sagte er dem SID und führte aus: "Es hätte noch schlimmer kommen können, ich habe schon das Damoklesschwert gesehen." Auf der anderen Seite aber "haben wir Konzepte entwickelt. Ihnen wurde bescheinigt, dass sie exzellent seien. Wir haben sie getestet und nun dürfen keine Zuschauer rein." Dass die Liga wie geplant am 6. November startet, steht für Holz außer Frage: "Logisch, daran gibt es keinen Zweifel."

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