DHB und Gensheimer wehren sich gegen Kritik

Neue Hauptstadt Ägyptens (SID) - Der Deutsche Handballbund (DHB) und Uwe Gensheimer haben sich in einer Verbandsmitteilung gegen die Kritik am DHB-Kapitän zur Wehr gesetzt. "Die ständige externe Kritik empfinde ich als respektlos und mangelnde Wertschätzung. Was von außen an unsere Nationalmannschaft herangetragen wird, entspricht in keiner Weise meinen Werten sowie dem Zusammenhalt und Geist unseres Teams", wird Gensheimer in der Mitteilung zitiert.
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Handball-Bundestrainer Alfred Gislason © SID

Auch DHB-Sportvorstand Axel Kromer reagierte mit scharfen Worten auf die Deutungen von Gensheimers Interview im ZDF, das nach dem 31:24 gegen Brasilien für Irritationen gesorgt hatte. "Die Interpretation des Interviews wirkt wie ein bewusstes Missverstehen", sagte Kromer und fügte hinzu: "Unsere Innensicht ist und bleibt klar: Uwe Gensheimer ist als Kapitän unserer Nationalmannschaft ein Rückhalt für jeden Spieler und jedes Delegationsmitglied."

Gensheimer hatte sich nach dem Brasilien-Spiel am Samstag in Richtung seiner Kritiker geäußert. "Ich weiß nicht, ob es der Vereinszugehörigkeit geschuldet ist irgendwo, Missgunst und Neid sind da manchmal schon ein bisschen da", sagte der Linksaußen und ergänzte mit Blick auf sein Amt als DHB-Anführer: "Nichtsdestotrotz glaube ich, dass ich nach wie vor noch den Rückhalt der Mannschaft habe."

Der DHB reagierte mit seiner am Sonntagnachmittag veröffentlichen Mitteilung offenbar auf Reaktionen im Netz, die Gensheimer auslegten, er habe mit diesen Worten seine Teamkollegen kritisiert. Im Kontext wurde dies am Samstagabend aber nicht deutlich.

Bereits zuvor hatte sich auch Bundestrainer Alfred Gislason vor seinen Kapitän gestellt. "Er hat zwar ein paar Fehlwürfe gegen Uruguay gehabt, aber sonst hat er sehr gut gespielt. Er ist ein sehr guter Kapitän", sagte der DHB-Coach am Sonntag in Ägypten. Deutschland hat keine Chance mehr, ins WM-Viertelfinale einzuziehen.

Gensheimer hat bei der WM nur selten seine Fähigkeiten zeigen können und dafür viel Kritik geerntet. Seine Rolle als Kapitän stehe aber "überhaupt nicht zur Diskussion - im Gegenteil: Er macht seinen Job intern als Kapitän sehr gut. Die Stimmung ist trotz allem sehr, sehr gut bei uns", versicherte Gislason.

Der 34-jährige Gensheimer ist seit 2014 Kapitän der deutschen Mannschaft und bestreitet in Ägypten sein siebtes Turnier als Kapitän des Teams. In 194 Länderspielen kam er auf 934 Tore, allerdings gelang ihm der ganz große Wurf mit der Nationalmannschaft bislang nicht. Beim EM-Titel 2016 fehlte Gensheimer verletzt.

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