Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Singapur

Singapur (SID) - SEBASTIAN VETTEL: Irgendwas klemmte zuletzt immer bei Sebastian Vettel. Entweder war das Auto nicht konkurrenzfähig, oder der Ferrari-Pilot patzte und zerstörte selbst sein Rennen, oder das in der Formel 1 so wichtige Timing passte nicht. Am Sonntag in Singapur aber stimmte alles. Vettel brauchte einen Sieg - für sich, aber nicht zuletzt für die Öffentlichkeit. Für diesen kämpfte er tadellos und konzentiert. Und prompt hatte er wieder das Glück des Tüchtigen, als er sprichwörtlich in der Box an allen vorbeizog. Auch wenn es den Ferrari-Verantwortlichen fast ein bisschen peinlich war: Vettels Sieg vor dem verärgerten Charles Leclerc war kein "Unfall".
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Feuerwerk für Vettel in Singapur © SID

CHARLES LECLERC: Dem Ferrari-Jungstar gehört gewiss die Zukunft. Spätestens wenn die Generation Hamilton/Vettel abtritt, könnten Leclerc und Red-Bull-Ass Max Verstappen die WM über Jahre unter sich ausmachen. Der 21-Jährige ist aber an mancher Stelle ein bisschen zu ehrgeizig. Sein Ärger über den Verlust von Platz eins im Rennen ist verständlich, doch massiv gegen die eigenen Strategen zu stänkern und aus der Emotion heraus den Teamerfolg aufs Spiel setzen zu wollen, zeugt davon, dass Leclerc zu einem ganz großen Rennfahrer noch etwas Entscheidendes fehlt: Reife.

LEWIS HAMILTON: Es geht ein bisschen unter, aber Lewis Hamilton ist auf dem besten Weg zu seiner sechsten Weltmeisterschaft. Mercedes und damit auch der Brite sind zwar seit drei Rennen sieglos, doch angesichts seiner überzeugenden und nahezu fehlerfreien Leistungen bis zur Sommerpause spielt das kaum eine Rolle für den Titelkampf. Der 34-Jährige ist zumindest in diesem Jahr kaum mehr zu gefährden. Dass alle nur noch über Ferrari reden, ist ziemlich schade für diesen Ausnahmefahrer.

VALTTERI BOTTAS: Wenn es eines (weiteren) Beweises bedurfte, welchen Stellenwert Valtteri Bottas bei Mercedes hat, dann war das Rennen in Singapur ziemlich aussagekräftig. Der Finne, immerhin WM-Zweiter, wurde von den Mercedes-Strategen gebeten, langsamer zu fahren, damit sein Teamkollege und WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton vor ihm aus der Box auf die Strecke zurückkehren konnte. Im Klartext: Wenn es hart auf hart kommt, setzt Mercedes auf Hamilton.

SPRUCH DES WOCHENENDES: "Du bist immer auf dem Holzweg, wenn du denkst, dass du größer sein kannst als dieses Team." (Ferrari-Pilot Sebastian Vettel)

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