Eisschnelllauf: Sportpolitik sieht Entwicklungen in der DESG "mit großer Besorgnis"

Köln (SID) - Die umstrittenen Personalentscheidungen von Matthias Große als Präsident der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) haben das Interesse der Politik geweckt. Nach diversen Entlassungen von Trainern und Funktionären fordern Abgeordnete des Deutschen Bundestags Aufklärung über die Hintergründe und die Verwendung von Fördergeldern.
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Umstrittene Personalentscheidungen im Eisschnelllauf © SID

"Nach Amtsantritt hat Herr Große bereits Bundestrainer Erik Bouwman und den Sportdirektor (Matthias Kulik, d. Red.) von den Ämtern entbunden. Das sind alles Gelder, die vom Bundeshaushalt als Förderung gewährt werden. Weder dem BMI, noch dem Sportausschuss ist bislang bekannt, weshalb Herr Große viele angesehene Trainer und Funktionäre der DESG entlässt, ohne für adäquate Nachfolge zu sorgen", sagte Mahmut Özdemir, SPD-Obmann im Sportausschuss, dem SID: "Dieses Verhalten ist definitiv nicht im Interesse der Athleten oder des Verbandes."

Die offene Kritik von Athleten an Große, die jüngst unter anderem von Sprinter Joel Dufter geäußert wurde, habe man registriert. "Ich sehe diese Entwicklung mit großer Besorgnis. Ich habe Sportler immer als sehr zurückhaltende, disziplinierte Menschen wahrgenommen, die nicht unbedingt mit Bad-News, sondern Höchstleistungen das Licht der Öffentlichkeit suchen. Dass jetzt dieser Unmut geäußert wird, ist ein höchst alarmierendes Zeichen und führt bei mir zu wachsender Besorgnis darüber, welche Zustände im Verband herrschen und wie dort Entscheidungen getroffen werden", sagte Özdemir: "Anscheinend sind es Entscheidungen, die einer sachlichen Grundlage entbehren, wenn ich die Aussagen der Eisschnellläufer anhöre."

Große will am 22. Januar gemeinsam mit der Generalbevollmächtigten Nadine Seidenglanz "ausführlich" über diverse Themen informieren, darunter die Neubesetzung der Trainerpositionen, das neue sportliche Konzept sowie die Neuausrichtung des Verbandes. Darüber hinaus wird jedoch erwartet, dass Große auch im Sportausschuss des Bundestags Stellung beziehen muss. Mutmaßlich wird die Causa DESG Mitte März auf die Tagesordnung gesetzt.

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