Clemens Prokop hat als DLV-Präsident die schleppenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der Erfurter Affäre um UV-bestrahltes Athletenblut heftig kritisiert.

Fall Erfurt: Prokop attackiert Staatsanwaltschaft

Köln (SID) - Clemens Prokop hat als Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) die schleppenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der Erfurter Affäre um UV-bestrahltes Athletenblut heftig kritisiert. "Die Art und Weise, wie in Erfurt Ermittlungen betrieben werden, sind nicht zufriedenstellend. Das ist für mich nicht nachvollziehbar und ein Trauerspiel, das sich nicht wiederholen sollte", erklärte Prokop laut der Mittelbayerischen Zeitung (Samstagausgabe) im Regensburger Presseclub.
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Kritisiert Staatsanwaltschaft: Clemens Prokop © SID

Der Direktor des Regensburger Amtsgerichts, früher selbst Staatsanwalt, meinte nach Studium der ihm zur Verfügung gestellten Akten der Behörde: "Das ist fast einem Armutszeugnis, dass es die Staatsanwaltschaft von Frühjahr 2011 bis heute nicht geschafft hat, in einem klaren und eindeutigen Sachverhalt, in einer rein juristischen Frage, abschließend zu ermitteln". Nach seiner Überzeugung "handelt es sich schlichtweg um Doping und sollte in Erfurt auch so behandelt werden", betonte Prokop.

Bereits im April 2011 hatten die Ermittler Razzien in der Praxis des verdächtigen Arztes sowie am Olympiastützpunkt Erfurt durchgeführt und dabei auch Computerdateien gesichert. Die Leitung des Olympiastützpunktes hatte Andreas Franke daraufhin mit sofortiger Wirkung suspendiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz. Gesichert wurden Namen von 30 Athleten, darunter fünf Leichtathleten.

Laut Prokop dürfen sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht in erster Linie an den Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) für Deutschland orientieren. Diese hatten zuletzt erklärt, vor 2011 seien die Behandlungen nicht verboten gewesen.

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