Der Sportmediziner Helmut Pabst hat ein Anti-Doping-Gesetz gefordert und heftige Kritik an den Olympischen Jugend-Spielen geübt.

Forderung nach Anti-Doping-Gesetz

Köln (SID) - Der Sportmediziner Helmut Pabst hat ein Anti-Doping-Gesetz gefordert und heftige Kritik an den Olympischen Jugend-Spielen geübt: "Dort werden die Doper von morgen gemacht", sagte Pabst, der seit 20 Jahren Dopingkontrollen durchführt, und mit 100 Mitarbeitern seiner Firma PWC alle Test für die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) vornimmt, in einem Interview mit den Stuttgarter Nachrichten.
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Helmut Pabst fordert ein Anti-Doping-Gesetz © SID

"An die Dopingszene kommt man nur über die Ermittlungen von Staatsanwälten heran, und denen fehlen in Deutschland leider oft die Mittel. Wir brauchen unbedingt ein Anti-Doping-Gesetz. Doper müssen als Sportbetrüger verfolgt werden können. Anders geht es nicht", sagte Pabst.

Der Insider kritisiert auch das Internationale Olympische Komitee (IOC), das im Sommer 2010 in Singapur und im Winter 2012 in Innsbruck erstmals Olympische Jugendspiele veranstaltete: "Ich hasse diese Veranstaltung, sie ist völlig kontraproduktiv. Da schwappt der ganze Dopingsumpf nach unten. Dort werden die Doper von morgen gemacht, denn wir wissen ja, dass es sehr ehrgeizige Eltern gibt, die einen Olympiasieger in der Familie haben wollen - auch wenn er erst 14 oder 15 ist." Stattdessen müssten Eltern, Trainer und Funktionäre die Kinder stark machen, damit sie Nein sagen können zu Alkohol, Nikotin und auch Doping.

Die Tour de France nennt Pabst "physiologischen Unsinn", weil die Regenerationsmöglichkeiten viel zu kurz sind. "Die Erschöpfung nach einer sechs- oder siebenstündigen Bergetappe kann ich nicht bis zum nächsten Tag überwinden. Also ist die Versuchung groß, zu unerlaubten Mitteln zu greifen." Früher seien dies Cortison und Anabolika gewesen, heute Bluttransfusionen."

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