"Höchste Zeit": Altersvorsorge für Athleten soll kommen

Köln (SID) - Nach den jüngsten Erfolgen hat sich der Verein Athleten Deutschland das nächste Ziel vorgenommen und kämpft für die Einführung einer "Sportlerrente". "Es ist schon viel erreicht worden, aber jetzt ist es höchste Zeit für eine Altersvorsorge für deutsche Athleten", sagte Johannes Herber, Geschäftsführer der unabhängigen Interessensvertretung, dem SID.
Herber kämpft für die Einführung einer "Sportlerrente" Bild anzeigen
Herber kämpft für die Einführung einer "Sportlerrente" © SID

Im Koalitionsvertrag ist die Altersvorsorge als Ziel verankert, dementsprechend zuversichtlich sind Herber und seine Mitstreiter für die Verhandlungen über den Bundeshaushalt 2020. "Es ist gerechtfertigt, die Altersvorsorge für Sportler anzugehen. Es wäre ein starkes Signal der Politik: Sportler müssen eine stärkere Absicherung haben", sagte Herber, der bis 2012 Bundesliga-Basketballer und Nationalspieler war.

Der Vereinsvorsitzende Max Hartung, der sich mit 30 Jahren zumindest langsam dem Ende seiner Fechtkarriere nähert, freut sich auch persönlich über die "super Initiative" und setzt bei den Haushaltsverhandlungen auf die "athletenfreundlichen Vertreter" im Bundesinnenministerium (BMI) und im Sportausschuss. Dessen Vorsitzende Dagmar Freitag (SPD) bestätigte dem SID das Bestreben, eine zeitnahe Lösung zu finden.

"Alle Beteiligten sind zurzeit auf allen Ebenen in ausgesprochen intensiven Gesprächen, um den Einstieg in die schließlich im Koalitionsvertrag vereinbarte Alterssicherung noch für den Haushalt 2020 zu ermöglichen", sagte Freitag. Aus Sicht der Sportler wäre es "nach der direkten Athletenförderung durch den Bund ein weiterer Meilenstein, um junge Menschen im Leistungssport zu halten". Auch Herber sieht die Altersvorsorge als "Argument" für die Sportler, "die Karriere zu verlängern".

Noch ist offen, wer die Förderung erhalten und wie hoch sie ausfallen soll. "Es geht zurzeit darum, letzte Details abzustimmen, um zu einer belastbaren und dauerhaften Verfahrensweise zu kommen", sagte Dagmar Freitag. Sie sei zuversichtlich, "dass die Summe, die vonnöten sein wird, nicht das Problem sein wird", selbst in Zeiten der Rezession. Herber erhofft sich "einen Einstieg, auf dem wir aufbauen können".

Die endgültige Entscheidung über die Mittelvergabe für 2020 fällt am 14. November im Anschluss an die Bereinigungssitzung im Deutschen Bundestag. Der Sportetat des BMI soll um elf Millionen Euro auf 245,135 Millionen Euro anwachsen.

Der Verein Athleten Deutschland hat in seiner jungen Geschichte bereits mehrere Projekte erfolgreich angestoßen, darunter die Direktförderung der Sportler, die nicht bei der Bundeswehr, der Bundespolizei oder dem Zoll angestellt sind. Sieben Millionen Euro zahlte der Bund 2019 über die Deutsche Sporthilfe an die Athleten aus, auch für 2020 wird die zusätzliche Unterstützung erwartet.

Das Bundeskartellamt erwirkte zudem eine Lockerung der Regel 40 in der Charta des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), durch die Deutschlands Spitzensportler erweiterte Werbemöglichkeiten bei den Olympischen Spielen bekommen haben. Der Verein Athleten Deutschland war aktiv an den Verhandlungen beteiligt.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder