Nach Mollaei-Skandal: Weltverband schließt Irans Judoka aus

Köln (SID) - Der Judo-Weltverband IJF hat knapp zwei Monate nach dem Skandal um Ex-Weltmeister Saeid Mollaei bei der WM in Tokio Irans Verband komplett gesperrt. Dies gab die IJF am Dienstag bekannt. Iran war zuvor bis zu einem endgültigen Urteil provisorisch suspendiert worden. Die Iraner können nun gegen den Ausschluss Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS einlegen.
Auch das IOC schaltet sich nun in den Fall Mollaei ein Bild anzeigen
Auch das IOC schaltet sich nun in den Fall Mollaei ein © SID

Der Weltverband begründete seine Entscheidung mit einem Verstoß der Iraner gegen den IJF-Ethikcode und die Olympische Charta. Titelverteidiger Mollaei hatte bei der WM nach eigener Aussage absichtlich verloren. Er hatte berichtet, er sei von seinem Verband mit Drohungen gegen ihn und seine Familie gezwungen worden, im Halbfinale absichtlich dem Belgier Matthias Casse zu unterliegen, um im Finale nicht gegen den Israeli Sagi Muki antreten zu müssen. Der Iran ist damit von allen Wettbewerben sowie von jeglicher Mitbestimmung in der IJF ausgeschlossen.

Der iranische Verband hatte bereits die vorläufige Sperre kritisiert. "Ich denke, die Suspendierung des iranischen Judos war ein lang geplantes Szenario, und leider war einer unserer Athleten jetzt darin involviert", sagte Verbandspräsident Arash Miresmaeili der iranischen Nachrichtenagentur IRNA. Die Entscheidung sei "unfair".

Mollaei war laut Medienberichten nach Berlin geflüchtet, um in Deutschland Asyl zu beantragen. IJF-Präsident Marius Vizer gab dem Athleten Rückendeckung und stellte ihm in Aussicht, bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio im Flüchtlingsteam des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) antreten zu können. Die Entscheidung darüber liegt in den Händen des IOC und dessen Präsidenten Thomas Bach.

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