Olympia in Tokio wird um knapp zwei Milliarden Euro teurer

Berlin (SID) - Die Olympischen Spiele von Tokio werden um mindestens 1,9 Milliarden Euro (2,4 Milliarden Dollar) teurer als vorgesehen. Die Verlegung der Sommerspiele um ein Jahr kostet 1,24 Milliarden Euro (1,5 Milliarden Dollar), die Zusatzkosten für die geplanten Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie für die Spiele liegen bei 741.800 Euro (900.000 Dollar). Das teilten die Organisatoren am Freitag mit.
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Olympia wird um mindestens 1,9 Milliarden Euro teurer © SID

Die Verlegung ist deshalb so teuer, weil unter anderem Hallen und Stadien sowie Transportmöglichkeiten neu gebucht werden müssen, zudem erhöhen sich durch die Verschiebung die Personalkosten. Zu den Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie gehören Tests, Desinfektionsgeräte, zusätzliches Personal und womöglich auch der Einsatz von Impfstoffen.

Die neuen Ausgaben erhöhen das Gesamtbudget der Spiele, das im vergangenen Jahr mit 10,72 Milliarden Euro (13 Milliarden Dollar) angegeben worden war. Das dürfte in Japan weiter auf die Olympia-Stimmung drücken. Zuletzt hatten Umfragen ergeben, dass sich das Gros der japanischen Bevölkerung für eine erneute Verlegung oder gar Absage der Spiele ausspricht.

Deutlich günstiger sollen die Spiele vier Jahre später in Paris werden. Die Organisatoren teilten am Freitag mit, das Budget werde geringfügig von 3,8 auf 3,9 Milliarden Euro erhöht.

Präsident Yoshiro Mori von Tokio 2020 erklärte, dass der neue Etat sehr vorsichtig kalkuliert worden sei. "Ich hoffe, das japanische Volk akzeptiert den Plan", sagte Mori. "Wir müssen das Verständnis und Mitgefühl der Menschen in Tokio und im ganzen Land gewinnen", sagte Tokios Gouverneurin Yuriko Koike.

Die ausufernden Kosten hatten in Japan viel Kritik hervorgerufen. Ein Prüfungsbericht des japanischen Rechnungshofes im vergangenen Jahr ergab, dass die nationale Regierung zwischen 2013 und 2018 fast das Zehnfache des ursprünglichen Budgets ausgegeben habe. Tokio 2020 erwiderte, dass die Schätzungen Investitionen enthalte, die nicht direkt mit den Spielen in Zusammenhang stehe.

Wie die Mehrkosten zwischen dem Organisationskomitee Tokio 2020, Tokio und der japanischen Regierung aufgeteilt werden, blieb weiter offen. Laut Berichten japanischer Medien sollen die Organisatoren der Spiele davon ausgehen, dass die Regierung den größten Teil übernehme.

Wie Tokio 2020 zudem bekannt gab, seien bislang 18 Prozent der in Japan verkauften Olympia-Tickets für den Sommer 2020 erstattet werden. Dabei handele es sich um 810.000 der insgesamt 4,45 Millionen in Japan verkauften Tickets.

Erst im Oktober hatte Tokio 2020 ein Maßnahmenpaket vorgestellt, mit dem der Etat um 240 Millionen Euro gesenkt werden sollte. So soll es unter anderem weniger Personalkosten, weniger Ausgaben für Feierlichkeiten und weniger. Dekoration der Sportstätten geben.

Die Olympischen Spiele in Tokio waren im März wegen der Corona-Pandemie auf das kommende Jahr verschoben worden. Sie sollen nun am 23. Juli 2021 beginnen, der Start der Paralympics ist für den 24. August geplant.

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