Razzia bei Ex-Doper Loginow bei der Biathlon-WM

Antholz (SID) - Bei einer Polizei-Razzia im Rahmen der Biathlon-WM in Antholz ist am Samstagmorgen unter anderem das Hotelzimmer des ehemaligen russischen Dopingsünders und Sprint-Weltmeisters Alexander Loginow durchsucht worden. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Bozen.
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Alexander Loginow hatte am Samstag Gold im Sprint geholt © SID

Auch gegen den früheren russischen Frauen-Trainer Alexander Kasperowitsch, der sich ebenfalls in Südtirol befindet und als persönlicher Trainer Loginows fungiert, sollen sich die Durchsuchungen gerichtet haben. Dies sagte Wladimir Dratschew, Präsident des russischen Biathlon-Verbandes (RBU), der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Grund für die Operation sei eine mutmaßliche Straftat nach Paragraph 586 des Strafgesetzbuches. Dieser untersagt die Verwendung oder Verabreichung von Dopingmitteln. Die Razzia fand nur wenige Stunden vor dem WM-Staffelrennen (14.45 Uhr/ARD und Eurosport) statt, das Loginow als Schlussläufer des russischen Quartetts bestreiten sollte.

"Sie haben mein Handy, meinen Laptop und persönliche Dinge von mir beschlagnahmt", sagte Loginow, der am vergangenen Samstag in Antholz überraschend Gold im Sprint gewonnen hatte und tags darauf Bronze in der Verfolgung holte, bei Match-TV. Der 28-Jährige war 2014 des Epo-Dopings überführt und für zwei Jahre gesperrt worden. Laut Dratschew hänge die Durchsuchung am Samstagmorgen damit zusammen, dass Trainer Kasperowitsch in Antholz "die Akkreditierung einer anderen Person benutzte".

Loginow erzählte weiter, er und sein Teamkollege Jewgeni Garanitschew seien "um sechs Uhr davon aufgewacht, dass sie versucht haben, die Tür aufzubrechen. Sie haben sofort unsere Waffen an sich genommen, als wären wir gefährliche Kriminelle." Die Ermittler hätten beide Sportler gebeten, "ruhig sitzen zu bleiben in unseren Unterhosen. Sie waren nur an meinen Sachen interessiert. Ich bat darum, einen Dolmetscher zu bekommen. Das macht mich sehr wütend."

Der Biathlon-Weltverband IBU teilte in einem Statement mit: "Die IBU und die Biathlon-Integritätseinheit sind sich der Maßnahmen der italienischen Behörden (und der ersten Reaktion der russischen Mannschaft) bewusst." Jedoch werde sie "keine weiteren Kommentare abgeben", solange die Untersuchungen laufen.

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