Der DFB-"General" widersprach nochmals energisch der Darstellung von Fußball-Anhängern, wonach gewisse Begleitumstände in den Stadien zur Fankultur in Deutschland gehören: "Das hat nichts mit Fankultur zu tun. Das Betreten des Rasens ist laut Stadionordnung und Hausrecht verboten."
Sandrock reagierte auf die Ausschreitungen beim Bundesliga-Relegationsrückspiel am Dienstagabend zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC (2:2). Dabei hatten Düsseldorfer Fans vor Ablauf der Nachspielzeit das Feld gestürmt. Nach 20-minütiger Verzögerung wurde das Spiel fortgesetzt. Die Berliner haben inzwischen Protest gegen die Spielwertung eingelegt. Das DFB-Sportgericht wird am Freitag (13.00 Uhr) über den Einspruch verhandeln.
Gegen ein Wiederholungsspiel hat sich Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp ausgesprochen. "Ich bin nicht dafür, dass das Spiel wiederholt wird. Denn das, was in Düsseldorf passiert ist, war eine andere Geschichte als das, was beispielsweise schon mal in Berlin oder Frankfurt vorgefallen ist. Das Stürmen des Platzes war zwar absolut falsch, aber nicht wirklich gefährlich", sagte der 44-Jährige der Bild-Zeitung.
Eine Entscheidung fällt am Freitag. "Wir müssen schnellstmöglich Klarheit haben. Das Sportgericht ist eine unabhängige Instanz, wir müssen jetzt den Gang der Dinge abwarten", sagte Sandrock. Er hatte Anfang der Woche nach den zahlreichen Übergriffen von Hooligans einen Gewalt-Krisengipfel mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) noch in diesem Monat angekündigt. Zudem will der 55-Jährige in Zukunft die Klubs mehr in die Pflicht nehmen.
"Die Vereine als Hausherren haben harte Sanktionsmöglichkeiten, die manchmal nur zum Teil ausgeschöpft werden", sagte Sandrock im Interview mit der Tageszeitung Die Welt und verwies auf die Stadionordnungen als Grundlage für harte Strafen. Außerdem forderte er eine stärkere Sensibilisierung der Justiz. Man müsse gemeinsam die Instrumente, die man habe, "noch effektiver nutzen", erklärte Sandrock.
Bereits in der Nacht zum Dienstag hatte es nach dem Abstieg des Karlsruher SC aus der 2. Bundesliga (2:2 im Relegationsrückspiel gegen Jahn Regensburg) schwere Ausschreitungen rund um das Wildparkstadion gegeben. Dabei wurden nach Angaben der Polizei insgesamt 76 Personen verletzt.
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