Schalke räumt Fehler bei "Härtefallantrag" ein

Gelsenkirchen (SID) - Traditionsklub Schalke 04 hat Fehler in der Kommunikation mit seinen Fans bei Ticketrückerstattungen für die Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga eingeräumt. "In den Anschreiben an Fans und dem darin aufgeführten 'Härtefallantrag' hat Schalke 04 unpersönliche und wenig empathische Formulierungen verwendet – dafür entschuldigen sich der Verein und die Mitarbeiter des Service Centers bei allen Fans in aller Form", heißt es in einer Vereinsmitteilung von Mittwochabend.

Härtefallantrag: Schalke entschuldigt sich bei Fans Bild anzeigen Härtefallantrag: Schalke entschuldigt sich bei Fans © SID

Die Königsblauen hatten sich bei ihrer Vorgehensweise nach eigenen Angaben am "Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Veranstaltungsvertragsrecht" orientiert und den Anhängern unter anderem Gutscheine angeboten. Das Gesetz sehe jedoch ebenso eine sogenannte "Härtefallregelung" vor für Fans, "für die eine Rückzahlung nach dem 31. Dezember 2021 unzumutbar ist und verlange Gründe dafür", argumentierte Schalke nun.

Das auf Grundlage dieses Gesetzes erstellte Formular für den Härtefallantrag löste bei zahlreichen Fans jedoch Entsetzen aus, unter anderem weil der Klub darin fragte, warum Fans das Geld "unbedingt jetzt" benötigten. Zudem forderte der Vereine seine Fans auf, "falls möglich" auch "entsprechende Belege" dem Antrag als Begründung beizufügen.

Der FC Schalke 04 Supporters Club e.V. kritisierte den Klub infolgedessen scharf. "Ihr seid nicht die Schufa, ihr seid keine Bank die Kredite vergibt, ihr seid nicht die AfA (Agentur für Arbeit, Anm. d. Red) und zahlt Hartz IV aus! Welches Recht nehmt ihr euch eigentlich heraus? IHR seid die Bittsteller! IHR seid die Bettler!", hieß es in einem offenen Brief, der mit den Worten endete: "Shame on you! Ihr seid nur noch peinlich!"

Der Klub stellte nun klar, dass es "außer Frage" stehe, "dass Schalke 04 jeden Antrag von Fans, die aus wirtschaftlichen Gründen auf eine sofortige Rückerstattung des Ticketpreises angewiesen sind, wohlwollend bearbeiten wird. Es wird niemand Belege einreichen müssen, und es wird selbstverständlich niemand 'kontrolliert'", bekräftigten die Gelsenkirchener.